Kommentar von Julian Wagner

Neue Hillary Clinton Website geht voll in die Hose!



Foto: flickr/US Embassy Kabul Afghanistan/(CC BY-ND 2.0)

Hillary Clinton ließ sich eine eigene Medienplattform basteln, die Bilder mit „verifizierten“ Zitaten veröffentlicht, damit ihre Anhänger diese in den Sozialen Medien teilen können. Innerhalb kürzester Zeit gab es mehr Bilder, die sich darüber lustig machten, als Bilder von der Seite selbst!

von Julian Wagner

Dass dieser Schwachsinn in die Hose geht, war schon im Vorhinein klar. Die Seite heißt „Verrit“ und wurde von Hillary’s ehemaligen IT-Strategen Peter Daou gegründet. Vorgestellt wurde sie als „Nachrichtenseite für die 65,8 Millionen Amerikaner, die für Hillary Clinton gestimmt haben“. Die Seite erstellt „Memes“ (Bilder mit kurzen Texten oder Zitaten, Anm.) für ihre Anhänger, damit diese sie in den Sozialen Netzwerken teilen können.

Bahnbrechend und unglaublich einfallsreich an dieser Seite ist aber Folgendes: Jedes Bild ist einem eigenen „Authentifizierungscode“ versehen, der beweisen soll, dass dieses Bild von „Verrit“ stammt und demnach – verifiziert ist. Das ist natürlich völlig idiotisch, da jeder ein solches Bild erstellen und mit einem beliebigen „Code“ versehen kann.

Ein beispielhaftes Verrit-Bild, das mit einem „Authentifizierungscode“, der keiner ist, versehen wurde. Foto: Screenshot/verrit

Es war schnell vorbei

Und es kam alles zurück: Mittlerweile kursieren auf Twitter mehr Memes mit „Verrit“-Logo von Privaten, als Verrit überhaupt selbst erstellt hat. Es reicht von Bildern, die tatsächliche Zitate von Hillary zeigen, also auch witzige und erfundene Zitate, mit denen sich die Leute über Hillary lustig machen.

So hat Hillary Clinton zum Beispiel tatsächlich über schwarze Jugendliche gesagt (frei übersetzt): „Es sind oft die Kinder, die auch ‚gefährliche Raubtiere‘ genannt werden. Kein Gewissen, keine Empathie. Wir können darüber sprechen, wie sie zu dem geworden sind, aber zunächst müssen wir sie gefügig machen.“

Von dieser Aussage gibt es sogar einen Video-Mitschnitt.

Hillary Clinton bezeichnete schwarze Jugendliche als „super predators“. Foto: screenshot/youtube

Es gibt aber auch Memes, mit denen sich etwa Trump-Anhänger einfach über sie lustig machen: „Eine aktuelle Studie zeigt: Der Hauptgrund für die Niederlage von Hillary Clinton bei der Wahl 2016 war Hillary Clinton.“

Sie werden einfach alle mit dem Hashtag #verrit versehen, was für Hillary Clinton und ihre Anhänger natürlich besonders ärgerlich ist.

Sogar Clinton-nahe Zeitung macht sich lustig

Die „Washington Post“, selbst komplett im Mainstream-Medien-Komplex verankert, zerreißt „Verrit“ in einem ausführlichen Artikel. So heißt es dort unter anderem: „Die Seite nutzt niemandem. Das Einzige, das Verrit gegenchecken kann, sind Parodien über Verrit.“ Und weiter: „Es wird ihnen nur helfen, wieder zu verlieren.“

Das Konzept von „Verrit“ ist also dermaßen lächerlich, dass es selbst eine zum Establishment gehörende Zeitung nicht mehr ausgehalten hat, die Wahrheit zu sagen. Im Internetsprech würde man jetzt sagen: „That backfired immediately!“

 

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