Im Alter von 87:

Ehemaliger CDU-Generalsekretär Heiner Geißler gestorben



Bild: APA

Der frühere deutsche Bundesminister und CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren, wie sein Sohn Dominik bestätigte. Er war einst ein enger Weggefährte des am 16. Juni dieses Jahres verstorbenen Altbundeskanzlers Helmut Kohl.

Während seiner Zeit als Generalsekretär scheute er vor Polarisierungen nicht zurück. So teilte er in den 1980er-Jahren gegen die politische Linke und die Friedensbewegung aus. Später vertrat er selbst zum Teil eher globalisierungs- und kapitalismuskritische Positionen. Seit 2007 war er auch Mitglied des globalisierungskritischen Netzwerks Attac. Eine seine letzten großen Aufgaben war die Moderation im erbitterten Streit um das Bahnprojekt „Stuttgart 21“.

Wiedervereinigung aus CDU-Programm streichen

Unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Kohl (beide CDU) war Geißler von 1967 bis 1977 Sozialminister in Rheinland-Pfalz, anschließend wurde er CDU-Generalsekretär. Als Kohl Kanzler wurde, berief dieser den promovierten Juristen 1982 zum Familienminister. 1989 kam es schließlich nach einem gescheiterten Putschversuch auf dem CDU-Parteitag in Bremen zum Bruch mit Kohl. Geißler trat unter anderem dafür ein, die Forderung nach der Wiedervereinigung aus dem CDU-Programm zu streichen und stattdessen die Nachkriegsgrenzen und die DDR anzuerkennen.

Merkel und Linkspartei würdigen Geißler

Geißler kam am 3. März 1930 – genau einen Monat vor Kohl – in Oberndorf am Neckar als Sohn eines Oberregierungsrates zur Welt. Vor seiner politischen Karriere war der Vater von drei Söhnen vorübergehend Mitglied des Jesuitenordens, dann Amtsrichter.

Die deutsche CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte zum Tod von Geißler die Verdienste des ehemaligen Generalsekretärs der Partei. „Heiner Geißler hat die Politik der Bundesrepublik Deutschland und der CDU fast ein halbes Jahrhundert hinweg entscheidend mitgeprägt“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Merkel und CDU-Generalsekretär Peter Tauber am Dienstag.

Anerkennung zollte ihm auch die Linkspartei. Ex-Finanzminister Oskar Lafontaine bezeichnete den Verstorbenen als einen der „profiliertesten Politiker der deutschen Nachkriegszeit“. „Wie kaum ein anderer kritisierte er die Fehlentwicklungen des globalen Kapitalismus. Er wird uns fehlen“, sagte der Ex-SPD-Chef.

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