Interview

Til Schweiger: „Russland-Sanktionen dienen nur US-Interessen“

von Josh Jensen from Toronto, Ontario, Canada (Til Schweiger) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Der berühmte deutsche Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent Til Schweiger hat sich im kürzlich in einem Interview gegen die Russland-Sanktionen ausgesprochen. Diese würden nur den „wirtschaftlichen Interessen der USA“ dienen, so Schweiger gegenüber der Rheinischen Post.

Im Interview mit „RP-Online“ verteidigte Til Schweiger die jüngsten Aussagen des FDP-Spitzenkandidaten Christian Lindner, der öffentlich neue diplomatische Beziehungen zu Russland gefordert hatte.

Schweiger: „Gutes Verhältnis zu Russland ist in unserem Interesse“

Auf die Frage, wen Schweiger bei der kommenden Bundestagswahl wählen werde, antwortete er, es gebe keine Partei, in der er sich „total wiederfinde“. Doch vielleicht werde er die FDP wegen Lindners „rationaler Haltung in der Russland-Politik“ wählen:

„Er sagt, wir müssen die Krim-Frage mal vom Tisch lassen, wenn wir irgendwie mit Russland wieder zusammenkommen wollen. Das gute Verhältnis zu Russland ist in unserem Interesse. Die Sanktionen dienen doch nur den wirtschaftlichen Interessen der USA. Ich fand es gut, dass das mal einer so sagt“, erklärte Schweiger.

Die deutsche Politik orieniere sich laut Schweiger viel zu sehr an den US-Interessen. Es sei zudem ungerecht, dass die US-Wirtschaft von deutschen Sanktionen gegen russische Firmen profitiere.

Realpolitik mit Russland

Auf den Einwurf der Rheinischen Post, Russland bräche in der Krim-Frage angeblich das Völkerrecht, entgegnete der Schauspieler trocken:

„Ja, stimmt. Trotzdem. Donald Trump macht unglaubliche Dinge, und alle reden weiter über die Bedeutung der Beziehungen zu den USA. Lasst uns doch mal wieder Realpolitik mit Russland machen. Es ist doch in unserem Interesse. Die russische Mentalität ist uns viel näher als die amerikanische.“

Er habe sieben Jahre in den USA gelebt und wisse, wovon er rede. „In den USA ist viel Show und Oberfläche“, stellt Schweiger fest.

„Wer ist denn der Bully der Welt?“

Weiters wies der Schauspieler darauf hin, wie sehr bei Russland und den USA mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es um die Außenpolitik und das Völkerrecht geht:

„Wie viele Kriege hat Russland angezettelt nach dem Zweiten Weltkrieg und wie viele Amerika? Wer hat mehr Militärstützpunkte? Wer ist denn hier der Bully in der Welt? Keiner hat nach Sanktionen gerufen, als die USA im Irak einmarschiert sind und damit den gesamten Nahen Osten destabilisiert haben. America first, und wir haben den ganzen Schlamassel“, so Schweiger.

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