"Allahu Akbar"

2 junge Frauen erstochen: IS-Messerangriff in Marseille

Wochenblick Sondermagazin
Bildquelle: APA

Im südfranzösischen Marseille hat ein womöglich islamistischer Angreifer zwei junge Frauen mit einem Messer getötet, bevor er selbst von Sicherheitskräften erschossen wurde. Ermittlerkreisen zufolge rief der Mann am Bahnhof „Allahu Akbar“ und schnitt einem Opfer den Hals durch.

Der Angriff ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 13.45 Uhr am Bahnhof Saint-Charles. Aus Ermittlungskreisen hieß es, der etwa 30-jährige Nordafrikaner habe eine Frau in Bauch und Brust gestochen und einer weiteren die Kehle durchgeschnitten. Der Mann trug demnach keine Ausweispapiere bei sich, die Ermittler hätten aber festgestellt, dass er in der Vergangenheit bereits durch gemeinrechtliche Delikte aufgefallen sei.

17 und 20 Jahre

Die Polizeigewerkschaft Unsa-Police erklärte, die getöteten Frauen seien 17 und 20 Jahre alt gewesen. Die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft in Paris erklärte, es werde wegen „Tötungen im Zusammenhang mit einer terroristischen Organisation“ und versuchter Tötung eines öffentlichen Amtsträgers ermittelt. Derzeit würden noch mehrere Zeugen verhört, denen zufolge der Angreifer „Allahu Akbar“ gerufen habe.  Inzwischen proklamierte der IS die Tat für sich.

Marseilles Staatsanwalt Xavier Tarabeux sagte, Soldaten des Anti-Terror-Einsatzes „Sentinelle“ hätten den Täter erschossen. Der Inlandseinsatz „Sentinelle“ war nach den islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt im Jänner 2015 in Paris gestartet worden. Etwa 7.000 Soldaten patrouillieren seitdem vor Synagogen, Flughäfen, Bahnhöfen oder Touristenattraktionen, um Anschläge zu verhindern.

Barbarischer Akt

 

„Ich habe Schüsse gehört weniger als eine Minute, nachdem ich die Attacke beobachtet habe“, sagte eine Augenzeugin dem Sender Franceinfo. „Die Intervention war extrem schnell.“ Eine weitere Frau erzählte, dass sie gesehen habe, wie der Mann eins seiner Opfer von hinten am Hals angriff. „Sie hat nichts gesehen.“ Ein Mitarbeiter des französischen Bahnkonzerns SNCF sagte der Zeitung „La Provence“, dass Menschen nach der Attacke panisch weggerannt seien.

Am Montag beginnt in Paris der Prozess gegen Abdelkader Merah, dessen Bruder eine jüdische Schule in Toulouse angegriffen hatte. Abdelkader Merah wird Beihilfe zur Last gelegt. Mohammed Merah hatte im März 2012 vor einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Lehrer erschossen. Der Dschihadist tötete zudem drei Soldaten. Bis zu der Tat vom Sonntag in Marseille wurden in Frankreich seit Anfang 2015 bei islamistischen Anschlägen bereits 239 Menschen getötet.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on VKShare on TumblrEmail this to someone