50 Euro Strafe für Millionär

Algerischer Burka-Aktivist stellt Burkaverbot bloß

Wochenblick Sondermagazin
Bildquelle: APA

Der algerische Geschäftsmann Rachid Nekkaz, der alle Strafen nach dem österreichischen „Burka-Verbot“ bezahlen will, erhält eine Strafe von 50 Euro. Der Aktivist war verkleidet vor dem Außenministerium erschienen, wo er einen Menschenauflauf verursachte. „Ich provoziere nicht, dieses Gesetz ist eine Provokation“, begründete er seine Aktion.

Im schwarzen Anzug, oranger Maske und Hut trat Nekkaz auf dem Wiener Minoritenplatz auf. Umgehängt hatte er sich ein großformatiges Foto von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), das mit 100-Euro-Noten gespickt war. Laut eigener Aussage geht es ihm nicht bloß um Provokation, vielmehr bezeichnete er sich als Kämpfer für Menschenrechte, wie er es auch in seiner Heimat Algerien getan hatte.

50 Euro Strafe für Millionär

Zuerst machte Nekkaz aber Bekanntschaft mit der Exekutive: Beamte unterbrachen den turbulenten Medienauftritt und baten den Millionär, die Maske abzunehmen. Es folgte eine viertelstündige Amtshandlung in den Räumen des Innenministeriums, die eine Strafe von 50 Euro zur Folge hatte. Stolz präsentierte Nekkaz danach das Strafmandat und lobte die „sehr freundlichen“ Polizisten. „Ich wäre sehr froh, wenn es in meiner Heimat Algerien auch so wäre.“

Zu emotionalen Wortgefechten mit Beschimpfungen kam es während des Auftritts auch unter dem Publikum der Aktion. Mehrere Männer, offensichtlich aus dem arabischen Raum, zankten sich dabei mit Befürwortern des Verhüllungsverbots. Zu ernsthaften Vorfällen kam es dabei aber nicht.

Gesetz bloßgestellt

Außenminister Kurz ließ die Aktion des Geschäftsmannes Rachid Nekkaz unbeeindruckt. ‚Wir lassen uns nicht beirren und werden dem Druck eines algerischen Millionärs sicher nicht nachgeben“, reagierte er am Montag in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA auf den Auftritt vor seinem Ministerium. Inwiefern die lächerlichen Strafen wirken sollen, bleibt bis dato unhinterfragt. Genauso, warum der Mann überhaupt einreisen durfte: Immerhin war sein einziges erklärtes Ziel, gegen ein österreichisches Gesetz zu verstoßen.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on VKShare on TumblrEmail this to someone