"Bildung krimineller Vereinigung"

Nach Großrazzia: Erste Anklage gegen Tschetschenen-Mafia



Symbolbild: pixabay.com (C00)

Nach einer Großrazzia in Wien und Niederösterreich gegen eine kriminelle Tschetschenen-Bande liegt nun laut „Krone„-Bericht die erste Anklage vor. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen neben weiterer Delikte vor allem schwere Erpressung und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

Bereits Mitte August unternahm die Polizei den ersten Schlag gegen die Tschetschenen-Mafia. Im Rahmen der Operation „Palace“ durchsuchten 200 Polizisten an 16 Standorten in Wien sowie in Krems und St. Pölten Wohnungen der Verdächtigen. Dabei konnten die Beamten zahlreiche Schuffwaffen, Messer, Drogen, Mobiltelefone, Schuldscheine, Bargeld und Polizeiuniform-Teile sicherstellen. Neun tschetschenische Asylanten wurden verhaftet und sind zum Teil einschlägig vorbestraft.

Aus Ermittlerkreisen hieß es,  nie zuvor habe man in Österreich derart mafiöse Strukturen aufdecken können.

Mutmaßlicher IS-Kämpfer Teil der Mafia

Laut Bericht des „Kuriers“ befand sich unter den Verhafteten auch ein mutmaßlicher Terrorist. Der in Wien-Favoriten lebende Tschetschene Rizvan Ch. (39) soll sich demnach in Syrien der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) angeschlossen haben und in den Dschihad gezogen sein.

Geldforderungen und Erpressung

Wie die „Krone“ nun berichtet, geht es im ersten Prozess um angebliche Geldforderungen gegen einen Friseur in Wien-Floridsdorf. Außerdem soll die Tschetschenen-Mafia einen in Wien praktizierenden Arzt mit einem Video erpresst haben.

Staatsanwaltschaft prüft weitere Vorwürfe

 

Die Staatsanwaltschaft Korneuburg prüft unterdessen weitere Vorwürfe gegen die Bande. Im Zentrum stehen dabei Schutzgelderpressungen und eine Brandstiftung in einer Pizzeria in Hollabrunn. Laut Angaben von „News“ soll die Tschetschenen-Mafia am 13. März 2017 versucht haben, mit einem Brandanschlag auf die Pizzeria eine Versicherungssumme in Höhe von 250.000 Euro zu kassieren. Dabei entstand am Lokal ein Totalschaden und auch das angrenzende Fahrradgeschäft wurde zerstört.

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