Opfer von Antifa-Gewalt im Gespräch

Interview mit Antifa-Opfer: „Es hätte auch jeden anderen treffen können“



Schwarzer Block bei G-20-Protesten, by JouWatch, via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Hallo Michael! Danke, dass Du zu diesem Gespräch bereit bist. In den Abendstunden des 12.08.2017 wurdest Du von einer Antifa-Horde vor dem Bochumer Hauptbahnhof attackiert. Eine Augenzeugin berichtet uns, sie habe noch nie etwas so Brutales gesehen. Du hättest sehr viel Blut verloren und sie sei nur froh, dass Du den Angriff überlebt hast. Kannst Du uns kurz erzählen, was passiert ist?

Zwei Angreifer sind von hinten herbeigerannt und einer hat mit voller Wucht mit einem stumpfen Gegenstand auf meinen Kopf geschlagen. Die Augenzeugen vermuten einen Pflasterstein. Nach diesem einen Schlag rannten die Angreifer sofort weiter und verschwanden. Mitbekommen habe ich davon gar nichts, weswegen ich hier die Beobachtungen meiner Begleiter heranziehe.

Ich selbst war arglos, habe nichts kommen sehen, wurde augenblicklich bewusstlos und wurde unvermittelt einfach im Krankenhaus wieder wach – viele Stunden später. Meine Begleiter erlebten den Überfall tatsächlich als maßlos brutal. Ich verlor sehr viel Blut und schwebte laut Ärzten mehrere Stunden lang in Lebensgefahr.

Was war der Grund für den Angriff?

Der Grund für den Angriff war, dass sich in unserer Gruppe ein Mitglied der Identitären Bewegung befand. Betreffende Person ist zuvor einer Bar, in der wir den Abend verbrachten, verwiesen worden. Als Grund gab der Inhaber ihre politische Ausrichtung an. Ein Aufwiegler an der Seite des Lokalinhabers äußerte, er würde „seine Leute rufen“ und pöbelte „Leute wie euch sollte man einfach umbringen“.

Die Drohung, seine Leute zu rufen, machte er – wie sich später zeigen sollte – wahr. Diese griffen wahllos unsere Gruppe auf dem Heimweg an. Getroffen hat es dabei zufällig mich, obwohl ich nicht einmal die missliebige Person war  – es hätte demnach auch jeden anderen aus unserer friedlich feiernden Gruppe treffen können.

Wirst Du vom Angriff bleibende Schäden davontragen? Wie ist das Gefühl, wenn Du nachts alleine aus dem Haus gehst?

Nach mittlerweile zweieinhalb Monaten bin ich noch immer nicht vollständig genesen und ob es bleibende Schäden gibt, wird sich noch zeigen. Die Ärzte sind sich nicht sicher. Man ist eindeutig vorsichtiger geworden, wenn man unterwegs ist. Gegen einen solchen hinterhältigen Angriff aus dem Nichts kann man allerdings auch keine Maßnahmen ergreifen, weshalb es zu keinem Ziel führt, sich den Kopf zu zerbrechen.

Die SPD sagt, „Linksextremismus ist ein aufgebauschtes Problem“. Was geht dir durch den Kopf, wenn Du solche Aussagen hörst?

Der Angriff war derart skrupellos, brutal und abgebrüht durchgezogen, dass kein Zweifel daran bestehen kann, dass linksextreme Gruppierungen ein immenses kriminelles und gewalttätiges Potenzial bergen und bewusst kultivieren. Dies als aufgebauschtes Problem zu bezeichnen, ist blanker, zynischer Hohn und enttäuscht auf ganzer Linie. Die SPD sollte sich von dieser Einschätzung schleunigst distanzieren, wenn ihr ein Rest von Glaubwürdigkeit wichtig ist.

Wir wissen, dass Antifa-Strukturen massiv mit Steuergeldern unterstützt werden. Müsste die Regierung nicht endlich etwas gegen den Extremismus unternehmen?

Das müsste sie unbedingt. Solchen Gruppierungen, die sich durch eine derartige kriminelle Energie hervortun, müssen nicht nur die Fördermittel gestrichen werden, sondern sie gehören juristisch verfolgt und politisch bekämpft. Auch ist bedenklich, wie tendenziös die Presse sich gibt.

Nicht nur spielte sie den Vorfall zu einer Kneipenschlägerei herunter, welches den Hergang völlig verfehlt. Sie stellte auch dreiste Falschbehauptungen auf. Laut eines Berichtes hätte unsere Gruppe in der Bar gepöbelt und T-Shirts der Identitären Bewegung getragen. Beides könnte falscher nicht sein. Diese mediale Verharmlosung von Extremismus, welche besonders in eine Richtung gut funktioniert, ist kein Einzelfall.

 Wirst Du weiterhin für deine Heimat aktiv sein oder ziehst Du dich erstmal aus der Politik zurück?

Die Vorfälle und auch erwähnte Begleiterscheinungen, wie die Berichterstattung, beweisen, dass es viel zu tun gibt. Daher werde ich mich auch weiterhin einbringen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Wenn wir es nicht tun, wer dann?

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