Kritik an MIgrationsstandpunkt

Ingrid Felipe führt Tiroler Grüne in Landtagswahl



Bildquelle: APA

Ingrid Felipe wird die Tiroler Grünen trotz der Niederlage bei der Nationalratswahl in die Landtagswahl am 25. Februar führen. Die rund 200 Delegierten kürten sie bei der 44. Landesversammlung am Samstag in Igls mit 79,06 Prozent der Stimmen zur Spitzenkandidatin. 

Felipe hatte zuvor in ihrer Rede die „Rückschläge“ der vergangenen Monate Revue passieren lassen: „Vieles ist völlig daneben gegangen und gut gemeint ist nicht immer gut gemacht“, räumte sie ein. Das Ergebnis bei der Nationalratswahl sei „schmerzhaft“ gewesen, so Felipe: „Ich möchte mich für die falschen Entscheidungen und die daraus resultierenden Kränkungen entschuldigen“. Die Grünen müssten wieder lernen, „Widersprüche auszuhalten“, so Felipe: „Wir schätzen die Vielfältigkeit, daher müssen wir auch intern wieder die Lust an kontroversiellen Diskussionen kultivieren“.

Veber: Grüne müssen Migrations-Standpunkt überdenken

Als Gegenkandidat von Felipe um Platz eins hatte sich Chris Veber, ein einfaches Mitglied der Grünen aus Innsbruck, „spontan“ vor Beginn der Landesversammlung gemeldet. In seiner Rede äußerte er vor allem Kritik am Grünen-Standpunkt zum Thema Flucht und Migration. „Wir haben zu wenig über dieses Thema geredet und wenn dann nur, dass alle kommen können“. Niemand sei aber für „offene Grenzen für den ganzen Planeten“. Auch die Grünen müssten Stellung beziehen, „wer kommen darf, und wer nicht“, so Veber: „Denn sonst werden wir bald nicht mehr die Gelegenheit bekommen, andere grüne Themen umzusetzen“. Veber wurde von den Delegierten bei seiner Kandidatur um Platz eins mit 20,94 Prozent der Delegiertenstimmen bedacht.

 

Auf den zweiten Listenplatz wurde Klubobmann Gebi Mair gewählt. Mair hatte drei Gegenkandidaten, erreichte aber dennoch 55,88 Prozent der Stimmen. Er hatte in seiner Rede betont, dass nicht „alles schlecht gelaufen ist, was wir Tiroler Grünen getan haben“. In manchen Punkten hätte man aber „deutlicher“ sein können, so Mair. Er verteidigte ebenfalls die Regelung bei der Mindestsicherung. Denn hätte es keine Lösung in Tirol gegeben, wäre die schwarz-blaue Regelung österreichweit gekommen.

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