Angelobung am 20. Dezember

ÖVP und FPÖ wollen erneuerbare Energiequellen vorantreiben



Bildquelle: APA

ÖVP und FPÖ haben sich am Freitagnachmittag auf Eckpunkte im Bereich Umwelt geeinigt. Ziel sei es dabei, die Vorreiterrolle Österreichs bei Umwelttechnologien auszubauen, erklärte Nationalratspräsidentin Elisabeth Köstinger nach der Sitzung der Steuerungsgruppe. Als Termin für die Regierungsangelobung zeichnet sich inzwischen der 20. Dezember ab.

Die sogenannte „Steuerungsgruppe“ der Chefverhandler traf sich am Freitag zum vierten Mal in dieser Woche getroffen. Mittlerweile haben alle „Fachgruppen“ ihre Ergebnisse eingemeldet, erklärte Köstinger vor der Sitzung. Auf den 20. Dezember angesprochen betonte sie, dass Qualität im Vordergrund stehe, der 20. biete sich jedoch an. Sollte dieser angepeilte Zeitplan nicht halten, könnte die Angelobung auch am 8. Jänner stattfinden, hieß es aus Verhandlerkreisen.

Van der Bellen wird Regierung angeloben

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen zeigte am Freitag seine Präferenz für einen baldigen Abschluss der Verhandlungen: Eine Angelobung der neuen Regierung vor Weihnachten wäre „wünschenswert“, sagte das Staatsoberhaupt. Auf kolportierte konkrete Termine ging der Bundespräsident nicht ein. Wichtiger sei es aber ohnehin, dass die „Inhalte OK“ seien.

Zum Personellen erklärte Van der Bellen, er gehe davon aus, dass der voraussichtliche Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ihm für seine Regierung Personen vorschlagen wird, „die vertretbar sind“. Der Präsident hatte ja bereits angekündigt, die beiden FPÖ-Politiker Harald Vilimsky und Johann Gudenus nicht als Minister anzugeloben zu wollen; weitere Namen, bei denen er eventuell Skepsis hätte, wollte Van der Bellen nicht nennen. Skurril, denn Vilimsky und Gudenus wurden nie als Ministerkandidaten genannt.

Erneuerbare Energien

Während die Verhandler von ÖVP und FPÖ sich am Freitag zu Personalia weiterhin bedeckt hielten, verkündeten Köstinger und Hofer nach der Runde der „Steuerungsgruppe“ am Nachmittag ihre Vorhaben im Umweltbereich. Danach gefragt, ob sie vielleicht das Umwelt-Ressort übernehmen wird, meinte Köstinger: „Diese Frage stellt sich nicht“, jetzt sei sie Nationalratspräsidentin.

Die Pläne der Koalitionsverhandler sehen vor, dass bis zum Jahr 2030 der gesamte Strom in Österreich aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Österreich soll zu einem „Vorreiter“ in der modernen Umwelttechnologie gemacht werden, so Köstinger, als Basis hierfür soll eine nationale Klima- und Energiestrategie dienen, die nun rasch erarbeitet und umgesetzt werden soll.

Ein Schwerpunkt der Strategie soll auch die Fortsetzung der Anti-Atompolitik sein. „Wir wollen auch nicht, dass andere Länder auf diese Todestechnik setzen“, sagte dazu Hofer, der die Brexit-Verhandlungen für eine Überarbeitung des Euratom-Vertrags nutzen will.

Öffentlicher Verkehr soll ausgebaut werden

Punkto Klimaschutz sehen die schwarz-blauen Pläne vor, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 16 Prozent zu reduzieren und bis 2030 ein Minus von 36 Prozent gegenüber 2005 zu erreichen. Erarbeitet werden soll darüber hinaus – in Abstimmung mit den Gebietskörperschaften – ein Raumordnungskonzept. Denn der Flächenverbau sei ein „großes Thema“. Die Kompetenz der Widmung werde aber weiterhin auf Gemeindeebene bleiben, versicherte Köstinger.

Hofer – der als künftiger Infrastrukturminister gehandelt wird – erklärte darüber hinaus, man habe ein Bekenntnis zum Individualverkehr abgegeben; gleichzeitig aber solle der öffentliche Verkehr ausgebaut werden, denn gerade im ländlichen Raum fehle es oft daran.

 

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Andreas Walter
… sehr ernstes Problem. Denn selbst herkömmliche Uranreaktoren nutzen den Brennstoff überaus schlecht (1%). Doch das war denen egal, die vor allem am „Abfallprodukt“ Plutonium für Bomben und an sehr einfachen, kleinen Reaktoren interessiert waren, nämlich für das Militär. „Thorium: Atomkraft ohne Risiko?“, tja, leider nicht mehr auf YouTube – aber auch nicht mehr auf Arte verfügbar? Nirgendwo mehr kostenlos? Sehr seltsam. Das es aber auch anders geht traue ich gerade auch deutschen Ingenieuren zu: „Dr. Armin Huke: Der Dual Fluid Reaktor – die zukünftige “alternative” Energieerzeugung?“, auf YouTube (kannte selbst ich noch nicht, mein Geschenk zum 1. Advent) „Gute… Weiterlesen »
Andreas Walter

Ein brauchbarer Artikel auf Wikipedia in Deutsch, um die Dimensionen besser zu verstehen:

„Energieverbrauch“

Dazu sollte man sich aber auch noch folgende Seite vorher ansehen:

„Ein Kernkraftwerk durch Windkraft und Photovoltaik ersetzen“, von Martin Kaessler

Spätestens dann sollte man nach etwas rechnen begreifen (dazu genügen die 4 Grundrechenarten und Dreisatz), dass nur mit Erneuerbaren Energien auch Deutschland niemals seinen derzeitigen Lebensstandard aufrecht erhalten kann.

Ein Kernreaktor liefert nämlich im weltweiten Durchschnitt etwa 6,5 Terrawatt an Energie (allerdings nur der elektrische Strom genutzt) pro Jahr.

Endenergieverbrauch Deutschland: rund 2.500 Terrawatt pro Jahr.

Apollo, auch wir haben ein

Andreas Walter

Ein Fehler, den auch die Deutschen noch bitter bereuen werden.

Wer nicht Kernkraft und(!) EE beziehungsweise auch höhere Energieeffizienz fördert hat noch gar nicht begriffen, was uns in Zukunft bevorsteht.

Denn 85% aller derzeit verbrauchter Energie stammt immer noch aus fossilen Brennstoffen, doch nur Wohlstand für alle ist in der Lage, die Weltbevölkerungsexplosion aufzuhalten.

Wohlstand steht aber in unmittelbarem Zusammenhang mit der Verfügbarkeit billiger Energie.

Genau das aber sind die Erneuerbaren nicht. Weil der Aufwand ihrer Konzentration, die Anhebung ihres Energieniveaus auf das der Nutzenergie zu gross ist. Das Speicherproblem kommt dabei noch zusätzlich hinzu. Denn auch bei jeder Transformation gibt es Verluste.

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