Nach Ärger um "Enthüllungsbuch"

Bannon entschuldigt sich bei Trump

Steve Bannon
Bildquelle: Flickr, Autor: Gage Skidmore 'Steve Bannon'. [CC BY-SA 2.0 via Flickr

Nachdem Zitate von ihn im neuen ‚Enthüllungsbuch‘ über US-Präsident Donald Trump für Ärger gesorgt hatten, hat sich Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon entschuldigt, die Zitate aber nicht dementiert. In einer der Nachrichten-Webseite Axios zugeleiteten Erklärung bekundete er nach deren Angaben zugleich „unerschütterliche Unterstützung“ für den US-Präsidenten und dessen Agenda.

Er bedaure, dass seine späte Reaktion über die fehlerhafte Berichterstattung bezüglich seiner Äußerungen über Donald Trump junior die Aufmerksamkeit von den historischen Leistungen des Präsidenten abgelenkt habe, zitierte Axios am Sonntag aus einer Erklärung Bannons. In dem Buch Fire and Fury: Inside the Trump White House) zitiert Autor Michael Wolff Bannon mit dem Vorwurf, Trumps ältester Sohn habe sich mit einem Treffen im Juni 2016 mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja „verräterisch“ und „unpatriotisch“ verhalten.

Bannon: Donald Trump jr. „Patriot und guter Mensch“

Bei dem Gespräch ging es um möglicherweise kompromittierendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton. An der Begegnung im New Yorker Trump Tower hatten auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilgenommen. Dem Treffen mit der Anwältin kommt besonderes Gewicht zu, weil ein Sondermittler untersucht, ob es zwischen dem Trump-Lager und Russland Absprachen zu einer Wahlbeeinflussung gegeben hat.

Bannon erklärte dazu nun, Donald Trump junior sei „ein Patriot und ein guter Mensch“. Er habe seinen Vater immerfort unterstützt und die „Agenda, die dazu beigetragen hat, unser Land umzukrempeln“. Trumps Ex-Berater führte aus, seine Erfahrung als Marinesoldat auf der Jagd nach sowjetischen U-Booten während des Kalten Krieges habe seine Äußerungen über das Treffen mit der russischen Anwältin beeinflusst. Eigentlich habe seine Kritik dem erfahrenen Kampagnenchef Manafort gegolten, „der hätte wissen müssen“, dass die Russen „doppelzüngig, gerissen und nicht unsere Freunde sind“.

Trump sparte nicht mit Kritik an Bannon

Trump hatte nach Bekanntwerden der Bannon-Zitate aus dem Buch erklärt, Bannon habe „nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft“ zu tun gehabt. „Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand“, zürnte der US-Präsident. Am Freitag legte er nach und schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, bei seiner Entlassung im August habe Bannon „geweint“ und „um seinen Job gebettelt“.

Das Buch, das seit seinem Erscheinen am Freitag ein Bestseller ist, hat Trump rundweg als „Fake-Buch“ voller Verleumdungen verurteilt.

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Peter Lüdin

Steve Bannon sucht sich nun was neues und er wird sicher nicht hungern. Ein S. Bannon ist ausserhalb der Öffentlichkeit allerdings viel gefährlicher als einer in der Öffentlichkeit. Gut vorstellbar, das S. Bannon bei irgendeinem Political Action Committee (PAC) anheuert oder selbst eines aufmacht.