Vor Serbienreise des Vizekanzlers

Strache: „Kosovo ist zweifelsohne ein Bestandteil Serbiens“

Bild: APA

Nach Ansicht von Vizekanzler Strache ist der Kosovo „zweifelsohne ein Bestandteil Serbiens“. Der FPÖ-Chef verwies im Interview für die Belgrader Tageszeitung „Politika“ gleichzeitig darauf, dass seine Partei vor Jahren die Anerkennung des Kosovo durch Österreich scharf kritisiert hatte. Sie sei nun eine Tatsache, die nicht geändert werden könne. Strache reist am Sonntag zu Gesprächen nach Belgrad.

Er sei auch der Ansicht, dass die Anerkennung des Kosovo seitens Belgrads eine Angelegenheit Serbiens sei, so Strache in dem Interview. Es wäre der falsche Weg, in diesem Sinne Druck auf Serbien auszuüben. Österreich solle als neutrales Land eine Vermittlerrolle übernehmen, sagte Strache.

Strache-Treffen mit hochrangigen Politikern

Strache soll am Montag in Belgrad mit Ministerpräsidentin Ana Brnabic, dem Minister für Lokalverwaltung, Branko Ruzic, und Außenminister Ivica Dacic zusammentreffen. Ein für den heutigen Sonntagabend angekündigtes Abendessen mit Dacic soll noch ungewiss sein. Serbiens Außenminister ist derzeit noch auf der Rückreise von einem Besuch in Surinam.

Ob auch ein Treffen mit Präsident Aleksandar Vucic auf dem Programm steht, war am Sonntag zunächst ebenfalls noch nicht bekannt. Der serbische Präsident wird am Montag zu einem zweitägigen Besuch in Kroatien erwartet.

EU: Abkommen mit Kosovo ist Beitrittskriterium

Im Gespräch für das Belgrader Blatt bezeichnete Strache auch das Recht der im Norden des Kosovo lebenden Serben auf Selbstbestimmung oder Autonomie als wünschenswert. Dafür wären allerdings lange und komplizierte Verhandlungen notwendig. Auch habe er das Gefühl, dass der Kosovo in dieser Frage sehr rücksichtlos sei.

Die EU-Kommission hatte Belgrad in der Vorwoche eine EU-Beitrittsperspektive für 2025 in Aussicht gestellt. Voraussetzung wäre unter anderem auch ein rechtlich bindendes Abkommen mit dem Kosovo. Serbien lehnt es derzeit nach wie vor ab, die im Februar 2008 verkündete Unabhängigkeit seiner früheren Provinz anzuerkennen.

Strache: Serbien Bürge für Frieden und Stabilität

Serbien sei einer der wichtigsten Staaten in der Region und bürge für Frieden und Stabilität. Die Beziehungen zwischen Österreich und Serbien seien bereits jetzt gut und müssten in der Zukunft weiter entwickelt und vertieft werden, unterstrich Strache im Gespräch mit der Belgrader Tageszeitung. Er lobte auch die Integration der serbischen Diaspora in die österreichische Gesellschaft. Sie würde ihren Beitrag zu einer guten Gegenwart und Zukunft Österreichs leisten.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on VKShare on TumblrEmail this to someone