Burschenschaften zu Antifa-Aufmarsch in Wien

Jeder muss ein Recht auf politische Mitbestimmung haben!

Burschenschafter, Antifa-Demo
Bild Antifa-Demo: privat; Bild Burschenschafter: Volksküche Linz; Komposition: Info-DIREKT

In einer offenen Aussendung äußern sich die Burschenschaften zu einem regierungsfeindlichen Aufmarsch von selbsternannten Anti-Faschisten, der gestern Teile der Wiener Innenstadt lahmgelegt hat. Die Burschenschaften richten sich damit gegen dies systematische Herabwürdigung Andersdenkender. Nachstehend wird die Aussendung im Original wiedergegeben:

Die Forderung, Burschenschafter aus der Regierung und allen Ämtern auszuschließen, muss uns alle hellhörig machen. Jeder muss das Recht auf politische Mitbestimmung haben. Wir Burschenschafter sind nicht nur Bürger dieses Staates, sondern als Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Architekten und Unternehmer auch Steuerzahler und damit eine wesentliche Stütze der Gesellschaft.

Das Demonstrationsrecht ist ein wichtiges Gut und ein Zeichen einer funktionierenden Demokratie. Burschenschafter haben dieses Recht erkämpft und erstritten. Demonstrieren heißt auch immer zu zeigen, wofür man steht.

„Es ist aber kein Zeichen demokratischer Gesinnung, Mitbürger, die anders denken, von der politischen Mitbestimmung ausschließen zu wollen“, erklärt Wolfgang Auf, Sprecher der steirischen Burschenschaften.

Die kollektive Abwertung von Studentenverbindungen ist abzulehnen. „Burschenschaften sind ein Teil unserer Demokratie. Wir erziehen unsere jungen Mitglieder zu Demokraten und wir sind demokratisch organisiert“, sagt Auf. „Jeder Burschenschafter kann und soll aktiv am demokratischen Diskurs der Republik Österreich teilnehmen. Dieses Recht darf uns niemand absprechen. Wir sind seit mehr als 150 Jahren Teil der Gesellschaft. Wir bekennen Farbe und tragen Mütze und Band und sind somit für jedermann zu erkennen. Auch unsere Veranstaltungen, Bälle und Vorträge werden im öffentlichen Raum abgehalten. Wir haben nichts zu verbergen, weil wir nichts zu verheimlichen haben“, betont Auf.

„Jeder hat das Recht, zu demonstrieren; aber genauso hat jeder das Recht, sich am demokratischen System zu beteiligen; unabhängig von seiner politischen Überzeugung. Gerade eine Demokratie lebt von der Vielfalt der Meinungen. Das sollten wir alle zulassen“, so Auf abschließend.