Nach dem linksextremen Terroranschlag auf Teile des Berliner Stromnetzwerks versuchen nun Mainstreammedien wie der „Standard“, die Schuldsuche weg von Antifa-Strukturen hin zu Russland zu führen.
Ein Kommentar von Gerwin Lovrecki
Obwohl die ermittelnden Behörden im Fall des Berliner Anschlags eindeutig von Indizien in Richtung der linksextremen Vulkangruppe sprechen, versucht der Standard trotzdem, seine Leser auf eine falsche Fährte zu locken. So wird zum Beispiel im Hauptbild eines Standard-Instagram-Posts von „Zweifeln an der Echtheit des Bekennerschreibens“ gesprochen. In der etwas genaueren, aber journalistisch dennoch mehr als dürftigen Bildbeschreibung wird dann die Vermutung aufgestellt, dass es sich stattdessen um den russischen Geheimdienst als Schuldigen handeln könnte.
Woher kommt diese Theorie?
Liest man die Ausführungen des Standards weiter, merkt man schnell, dass es sich bei den vermeintlichen Quellen ausschließlich um Spekulationen von Internetnutzern handelt. Auch das evidenzlose Fantasieren gewisser, im Post nicht namentlich genannter CDU-Politiker wird als Beleg für diese These genannt. Argumentativ stützt man sich dabei auf das angeblich „holprige“ Deutsch, in dem das Bekennerschreiben verfasst wurde. Welche konkreten Textstellen ein Beweis für eine Übersetzung aus dem Russischen liefern sollen, wird jedoch ebenfalls nicht genannt.
Verzweifeltes Ablenken, weil die Täter nicht ins Weltbild passen
Im Zuge des Verbreitens dieser faktenbefreiten Theorie entlarvt sich der Standard in zwei Punkten. Erstens scheinen sich die Standard-Mitarbeiter nicht an die eigenen journalistischen Maßstäbe zu halten. Denn in der Vergangenheit wurde im Standard bereits des Öfteren das Verwenden von Social-Media-Spekulationen als „seriöse“ Quellen angeprangert. Zweitens zeigt diese Form der Berichterstattung, dass man alles in seiner Macht stehende tut, um derartige Vorfälle zu relativieren, wenn die Täter aus dem linken Spektrum kommen und dem "Standard" ideologisch mutmaßlich nahe stehen. Da werden dann so viele Blendgranaten gezündet, bis der Fokus von den eigentlichen linksextremistischen Tätern abgerückt ist.






