Die Reihe „Kaplaken“ des Verlags "Antaios" ist eigentlich schon bei Band 103 angekommen, doch der Jubiläumsband Nummer 100 fehlte bislang. Nun ist er aus der Feder des Verlegers Götz Kubitschek erschienen.
Eine Rezension von Karl Sternau
Götz Kubitschek muss nicht vorgestellt werden. Daher lieber ein paar Worte zu Entstehung des Buches, wie sie Kubitschek in seinem Netztagebuch umriss. Er entschied sich beim Jubiläumsband gegen ein Buch über die Reihe „Kaplaken“ oder ein Band mit Thesen zur Neuen Rechten. Stattdessen bekommt der Leser ein unerwartetes Werk, das Erlebnisse des Verfassers auf eigene Art und Weise verarbeitet. In Kubitscheks Worten:
„Es gibt eine Weltwahrnehmung, die zwischen der Romantisierung der Welt und einer nicht kontrollierbaren magischen Atmosphäre angesiedelt ist, ohne daß dabei die Realität aus den Augen geriete. Kleinigkeiten bekommen große Bedeutung, weil sie sich auf seltsame Weise wiederholen und verketten, und dies kann auf eine Art geschehen, die uns wehrlos macht.“
Ein Auszug wurde vorab bereits hier publiziert.
Rumänien, Kamerun, Querfurt
Der Leser wird von Kubitschek mitgenommen nach Rumänien, Kamerun und in die Wahlheimat des Autors, Sachsen-Anhalt. Die Schilderungen gleichen aber keinem klassischen Reisebericht. Kubitschek mischt sie mit absurden, magischen Elementen, die bewusst nicht aufgeklärt werden. Sonst würden sie zerstört werden, wie er selbst schreibt.
Soldatengräber
Für mich war die schönste Erzählung, die Geschichte mit dem Rumäniendeutschen in Siebenbürgen. Nach einer durchzechten Nacht folgt Kubitschek seinem Trinkpartner zu Soldatengräbern und erlebt eine Schnapstränkung der Erde. Am nächsten Morgen sagte der Rumäniendeutsche nach seinem ausgeschlafenen Rausch: „Jei, warst Du betrunken“. Die Episode endet mit den schönen Worten:
„Vielleicht war ich wirklich blau und hatte nachts das zweite Gesicht, vielleicht waren wir beide auf den Hängen und haben nach dem Gebirge geschossen, wer weiß? Schön war es jedenfalls.“
Reihe „Kaplaken“
Die Reihe „Kaplaken“ gibt es seit 2007. Der Name bedeutet „Zulage“ in der Seemannsprache und jeder Band ist als „geistige Zulage“ zu sehen. Eine Staffel beinhaltet immer drei Bände, die eine Schlange (das Verlagssymbol von Antaios) am Buchrücken ergeben. Band 100 zeigt übrigens eine Muschel – ab Nummer 101 ist wieder die Schlange zu sehen.
Favoriten der Reihe
Zum Jubiläum möchte ich meine fünf Favoriten der Reihe auflisten. Die Auswahl fiel mir tatsächlich nicht leicht und kann sicher diskutiert werden.
- Band 21 Gegen die Liberalen (Armin Mohler)
- Band 35 Warum Konservative immer verlieren (Alex Kurtagic)
- Band 68 Konservativenbeschimpfung (Manfred Kleine-Hartlage)
- Band 81 Die Partei und ihr Vorfeld (Benedikt Kaiser)
- Band 99 Wozu Partei? (Erik Lehnert)






