Die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) holten letzte Woche in einem Kommentar von Gerald Mandlbauer zum Rundumschlag gegen RTV, Info-DIREKT und den "Unabhängigen Bauernverband" (UBV) aus. Die Präpotenz, mit der das angebliche Qualitätsmedium dabei auftritt, ist jedoch unbegründet, wie ein einfacher Vergleich zeigt.
Ein Kommentar von Christoph Grubbinder
Die OÖN erhielten seit 2022 aus dem RTR-Fonds zur Förderung der digitalen Transformation Förderungen in Höhe von mehr als 5,1 Millionen Euro. Diese Mittel flossen unter anderem in den Ausbau digitaler Angebote, Videoformate, Community-Projekte und Podcast-Angebote. Hinzu kommen weitere Medienförderungen sowie sogenannte Regierungsinserate, von denen große Medienhäuser regelmäßig profitieren.
RTV und Info-DIREKT: Gute Reichweiten auch ohne Millionenförderung der Regierung
RTV und Info-DIREKT erhalten derzeit keine Regierungsinserate. Beide Medien haben auch keine Digitalförderung erhalten. RTV erhält lediglich eine vergleichsweise geringe Medienförderung. Trotz der vielen Steuergelder aus Regierungshänden verfügt der YouTube-Kanal der OÖN derzeit über lediglich rund 7.320 Abonnenten. Einige der dort veröffentlichten Videos erzielen zwar gute Reichweiten, andere haben jedoch auch nach 14 Tagen nur 221, 116 oder 142 Aufrufe.
Ganz im Unterschied zu RTV mit 121.000 Abonnenten auf YouTube und meist sehr guten Reichweiten. Info-DIREKT hat zwar nur 15.000 Abonnenten auf der Videoplattform, das sind aber trotzdem mehr als doppelt so viele wie bei den OÖN. Und das, obwohl die OÖN auf YouTube über 3.400 Videos veröffentlicht haben und Info-DIREKT bisher nur 502.
Schlagzeilen auf Steuerzahlerkosten
Abgesehen davon dürfte die Online-Relevanz der OÖN auch nicht mehr das sein, was sie vielleicht einmal war. Trotz des vielen Steuergeldes, das das Medium erhält, sind zahlreiche der veröffentlichten Artikel hinter einer Bezahlschranke versteckt.
Schlechter Stil
Anstatt den frischen Wind, den die alternativen Medien in die Presselandschaft bringen, zu nutzen, um sich selbst wieder mehr an den Bedürfnissen der Leser und nicht an den Wünschen der Mächtigen auszurichten, greifen die OÖN alternative Medien und kritische Bauern an.






