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Interaktives Dashboard zeigt Bevölkerungsentwicklung in 15 europäischen Ländern

08. Oktober 2026 / International

Interaktives Dashboard zeigt Bevölkerungsentwicklung in 15 europäischen Ländern
Bild Martin Sellner, Leiter des Instituts für Remigration: Save Europe Act; Bildkomposition: Info-DIREKT

Das Institut für Remigration hat ein neues interaktives Demografie-Dashboard für Europa veröffentlicht. Damit lässt sich die Bevölkerungsentwicklung in 15 europäischen Ländern bis zum Jahr 2125 nachvollziehen. Besonders interessant: Nutzer können unterschiedliche Zukunftsszenarien vergleichen und sehen, wie sich Migration und Remigration langfristig auf die Bevölkerungszusammensetzung auswirken könnten.

Das neue Demografie-Dashboard des Instituts für Remigration macht anhand amtlicher Bevölkerungsdaten und mathematischer Modellrechnungen sichtbar, wie sich die Zusammensetzung der Bevölkerung in verschiedenen europäischen Staaten entwickeln könnte. Neben Österreich und Deutschland werden auch Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und das Vereinigte Königreich berücksichtigt.

Zwei unterschiedliche Zukunftsszenarien


Besucher der Website können für 14 europäische Länder zwischen zwei Szenarien wählen. Für Frankreich wird zusätzlich eine externe demografische Projektion dargestellt.

Das erste Szenario schreibt die gegenwärtige demografische Entwicklung fort. Dabei werden Geburten, Sterbefälle sowie Ein- und Auswanderung berücksichtigt. Die Annahmen zur Migration orientieren sich in der Regel an den Durchschnittswerten der Jahre 2015 bis 2024.

Das zweite Szenario zeigt, wie sich die Bevölkerungszusammensetzung unter bestimmten Remigrationsannahmen verändern könnte. Dafür wird die migrantische Einwanderung auf zehn Prozent des bisherigen Niveaus reduziert. Gleichzeitig wird angenommen, dass jährlich eine konstante Personenzahl in Höhe von einem Prozent der ursprünglich erfassten migrantischen Bevölkerung remigriert.

Das Dashboard stellt die Ergebnisse grafisch dar und berechnet für jedes der 14 modellierten Länder wichtige demografische Kennzahlen. Dazu gehört beispielsweise das Jahr, in dem die statistisch als migrantisch erfasste Bevölkerung erstmals mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung ausmachen würde. Im Remigrationsszenario wird hingegen berechnet, wann ihr Anteil unter fünf Prozent sinken könnte.

Österreich: Mehrheit mit Migrationshintergrund ab 2052


Für Österreich weist das Dashboard auf Grundlage der verwendeten amtlichen Daten für 2025 einen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund von 28,2 Prozent aus. Werden die demografischen Annahmen des Status-quo-Szenarios fortgeschrieben, würde dieser Anteil im Jahr 2052 erstmals die Marke von 50 Prozent überschreiten.

In Deutschland errechnet das Modell diesen Kipppunkt bereits für 2045.

Die Ergebnisse hängen allerdings auch davon ab, wie die einzelnen Staaten den Migrationshintergrund statistisch definieren. In Österreich werden Personen erfasst, deren beide Eltern im Ausland geboren wurden. In Deutschland berücksichtigt die verwendete Definition hingegen Menschen, die ohne deutsche Staatsangehörigkeit geboren wurden, sowie Personen, bei denen dies auf mindestens einen Elternteil zutrifft.

Ein unmittelbarer Vergleich der Bevölkerungsanteile ist deshalb nur eingeschränkt möglich.

Was würde Remigration verändern?


Besonders interessant ist der direkte Vergleich mit dem alternativen Remigrationsszenario. Unter den dafür festgelegten Bedingungen würde der Anteil der migrantischen Bevölkerung in Österreich bis 2091 auf unter fünf Prozent sinken. Für Deutschland errechnet das Modell das Jahr 2111.

Dabei handelt es sich um mathematische Szenarien und nicht um konkrete politische Programme. Welche rechtlichen, politischen und organisatorischen Maßnahmen notwendig wären, um eine solche Entwicklung herbeizuführen, wird vom Modell nicht untersucht.

Institut will sachliche Debatte ermöglichen


Instituts-Geschäftsführer Philipp Huemer sieht in dem neuen Dashboard vor allem eine Grundlage für die politische Auseinandersetzung mit der langfristigen Bevölkerungsentwicklung:
„Politische Entscheidungen müssen auf einer ehrlichen Bestandsaufnahme beruhen: Wo stehen wir und wohin führt die gegenwärtige Politik? Wir legen Daten, Definitionen und Annahmen offen, damit diese Debatte auf einer sachlichen Grundlage geführt werden kann.“

Das Institut betont in seiner veröffentlichten Methodik, dass die Berechnungen keine sicheren Zukunftsprognosen darstellen. Sie zeigen vielmehr, welche Entwicklungen unter bestimmten, über Jahrzehnte fortgeschriebenen Annahmen möglich wären.

Auch Faktoren wie Assimilation und die Entwicklung von Mischfamilien werden im bisherigen Modell nicht gesondert berücksichtigt. Bei der Fortschreibung wird der Nachwuchs grundsätzlich der Bevölkerungsgruppe der Mutter zugeordnet. Diese Zuordnung bleibt auch in späteren Generationen bestehen und kann damit von den ursprünglichen amtlichen Definitionen des Migrationshintergrundes abweichen.

Das Demografie-Dashboard ist kostenlos unter demography-dashboard.eu abrufbar.

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