Einige rechte Politiker sind der Überzeugung, dass Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten sei und als Vorposten in der arabischen Welt Europa vor einer Islamisierung schützen würde.
Ein Kommentar Michael Scharfmüller über die Widersprüche rechter Israel-Solidarität aus dem Magazin Info-DIREKT, 58. Ausgabe.
In Sachen „Demokratie“ steht die Regierung Netanjahu und der EU ihren Mitgliedsstaaten tatsächlich um nichts nach, zumindest was die Korruption und die Durchsetzung von totalitären Corona-Maßnahmen betrifft. Das sind aber innerstaatliche Angelegenheiten, die uns in Wahrheit nicht sonderlich zu kümmern haben.
Israels Politik beschleunigt die Islamisierung Europas
Ganz anders verhält sich das mit der Behauptung, dass Israel Europa vor der Islamisierung schützen würde. Würde Israel das tatsächlich tun, müsste es sich darum bemühen, den Nahen Osten zu stabilisieren, damit die Muslime in ihren Heimatländern bleiben können. Aus meiner Sicht macht Israel jedoch genau das Gegenteil davon: Es trägt auf vielfältige Art und Weise zur Destabilisierung der ganzen Region bei. Aus Sicht von Israel mag das vielleicht gewisse Vorteile haben, für uns in Europa ist es aber eine reine Katastrophe. Der Bevölkungsaustausch und die Islamisierung werden dadurch nämlich beschleunigt.
Uneingeschränkte Solidarität
Besonders absurd ist, dass wir Israel seit Jahrzehnten nicht nur moralisch, sondern auch finanziell und militärisch unterstützen, obwohl uns die Politik von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu schadet. So forderte Netanjahus Verteidigungsminister bereits im Februar, dass Irland und Spanien Palästinenser aufnehmen sollten. Deutschland soll mittlerweile Hunderte „freiwillige Aussiedler“ aus dem Gaza-Streifen aufgenommen haben. Uneingeschränkte Solidarität mit Israel könnte eben auch bedeuten, dass wir Menschen zu uns lassen müssen, die in Gebieten unerwünscht sind, die Israel zumindest teilweise für sich beansprucht.
Sogar moralische Unterstützung bleibt aus
Die uneingeschränkte Solidarität rechter Politiker mit Israel ist auch deshalb absurd, weil die dafür erhoffte Anerkennung durch Israel oder das Establishment in den allermeisten Fällen trotzdem ausbleibt. Oft ist es sogar so, dass sich Vereine, die in engem Kontakt mit Israel stehen, besonders laut im „Kampf gegen Rechts“ hervortun.
AfD-Basis hat das Spiel längst durchschaut
Die Wähler rechter Parteien sind da schlauer als manche ihrer Funktionäre. Laut einer INSA-Umfrage, die Sommer 2025 durchgeführt wurde, lehnen 75 Prozent der AfD-Wähler ab, dass Deutschland Israel weiter mit Waffenlieferungen unterstützt. Aus Sicht von Autor Benedikt Kaiser zeigt das, dass die Mehrheit der AfD-Basis klar hinter dem außenpolitischen Kurs von AfD-Chef Tino Chrupalla steht. Dominik Kaufner, AfD-Landtagsabgeordneter in Brandenburg, ergänzt dazu:
„Lediglich im Funktionärsbau und insbesondere in der Bundestagsfraktion wollen einige um Biegen und Brechen ihre zionistische Linie unkritisch unter dem Schein anti-islamistischer Grundsätze durchdrücken – offenbar im Glauben, den Unionsfunktionären damit zu gefallen und im Hinblick auf eine schwarz-blaue Koalition zu punkten.“
Sich der strauchelnden CDU anzudienen, ist ohnehin nie eine gute Idee. Schließlich geht es darum, den Besten zu gefallen und nicht jenen, die Deutschland und Europa mit ihrer Politik in den letzten Jahrzehnten ruiniert haben.
Was Sie noch interessieren könnten:
Passend zum Thema Israel finden Sie im Magazin Info-DIREKT, 58. Ausgabe, auch Beiträge zum Thema "Die Macht der Bilder", "Gezielte Tötung ohne Anklage" und "Der historische Ursprung des Nahostkonflikts. Im aktuellen Magazin Info-DIREKT, 62. Ausgabe, ist zu dem eine Besprechung des Buches "Die Israel Lobby - Wie die amerikanische Außenpolitik beeinflusst wird" zu finden, das bereits 2007 im Campus-Verlag erschienen ist.
Online-Texte zum Thema von Info-DIREKT:
Das Magazin Freilich zum Thema Israel-Solidarität:





