Es ist spannend zu beobachten, wie regierungskritisch Österreichs Mainstream-Medien berichten können, wenn eine rechte Partei in einem Land tonangebend ist. Jüngstes Beispiel dafür: Die Parlamentswahlen, die am Sonntag in Ungarn stattfinden.
Ein Kommentar von Thomas Steinreutner
Mit Blick nach Budapest fällt den Haltungsjournalisten in Österreich plötzlich auf, dass dort die Regierungspartei mehr mediale Macht hat, als Oppositionsparteien. Dass das in Österreich sehr ähnlich oder sogar noch deutlicher ausgeprägt ist, fällt der heimischen Medienschickeria freilich nicht auf, weil sie Teil des Spiels sind.
Begrüßenswerte Kritik
Dabei ist es durchaus begrüßenswert, dass zahlreiche etablierte Medien in Österreich Orbàns Regierung kritisch hinterfragen und beispielsweise die Möglichkeit in den Raum stellen, dass es sich beim vereitelten Anschlag auf eine für Ungarn wichtige Pipeline um eine False-Flag-Aktion der ungarischen Regierung handeln könnte. Der Kurier titelte in diesem Zusammenhang beispielsweise:
"Vorgetäuschter Sprengstoff-Anschlag? Viktor Orbán schlägt Alarm"
Einseitige Ausrichtung
Man fragt sich nur, wo sich dieser Wille zur kritischen Berichterstattung bisher versteckt hatte, als es darum ging, der Ukraine genau auf die Finger zu sehen, das internationale Handeln der US-Präsidenten zu hinterfragen oder die Märchenerzählungen von ÖVP-Ministern beispielsweise während Corona genau unter die Lupe zu nehmen.
Fragwürdige Umfragen
Wie bei der letzten Parlamentswahl in Ungarn im April 2022 versuchen Umfrageinstitute und etablierte Medien erneut eine Niederlage für Viktor Orbán herbeizuschreiben. 2022 fabulierten sie von einem knappen Rennen zwischen Fidesz und den gemeinsam antretenden Oppositionsparteien. In Wahrheit konnte Orbàns Fidesz ihren Stimmenanteil im Vergleich zur Wahl 2018 sogar noch um 4,8 Prozentpunkte auf 54,1 Prozent ausbauen. Damit konnte Orbàn die Parlamentswahl zum vierten Mal in Folge für sich entscheiden.
Bei der aktuellen Wahl wird Orbàn von vielen Meinungsforschern eine Niederlage vorausgesagt. Man darf gespannt sein, ob dabei wieder der Wunsch Vater der Umfrageergebnisse ist. Im Raum steht auf alle Fälle, dass diese Umfragewerte zur Manipulation von Wahlentscheidungen dienen. Anstatt dies kritisch zu hinterfragen, beteiligen sich unsere Haltungsjournalisten an der Stimmungsmache gegen Orbàn.
"Experte" mit verschwiegener politischer Schlagseite
Dieser mutmaßlich manipulative Ansatz trifft freilich auch bei der Auswahl der Experten zu, die von etablierten Medien zur Berichterstattung über Ungarn herangezogen werden. So titelte etwa die "Kleine Zeitung" heute:
"Nicht jede Stimme zählt gleich viel: Die Parlamentswahl in Ungarn ist 'frei, aber nicht fair'"
Die Behauptung, dass die Wahlen "frei, aber nicht fair" wären, stammt vom Rektor der "Central European University" (CEU) in Wien, Carsten Schneider. Was Peter Bognar in seinem "Kleine Zeitung"-Artikel vergessen hat zu erwähnen, ist die Einordnung, worum es sich bei dieser "Universität" handelt.
George Soros' Globalisten Uni
Die CEU wurde 1991 vom Philanthrop (so nennt man im Westen Oligarchen) George Soros gegründet und mit 420 Millionen Euro ausgestattet, um die "offene Gesellschaft" in postkommunistischen Ländern voranzutreiben. Damit erinnert das Leitbild dieser Einrichtung mehr an einen politischen Akteur als an eine Universität, die ergebnisoffen forscht und lehrt. Der Verdacht liegt deshalb nahe, dass die CEU politisches Wissen im Interesse ihrer Förderer produziert. Kein Wunder also, dass die CEU bereits 1996 in Tschechien und 2017 in Ungarn schließen musste und nun von Wien aus operiert. Über diese nicht ganz unwichtigen Tatsachen werden die Leser des Qualitätsmediums "Kleine Zeitung" freilich nicht informiert.
Haltungsjournalisten
Mit der Berichterstattung über die Parlamentswahlen in Ungarn liefern die etablierten Medien erneut einen Beleg dafür, wie einseitig und teilweise auch manipulativ sie berichten. Der Maßstab, nach dem Haltungsjournalisten ihre Beurteilungen treffen, ist dabei immer gleich: Wer sich für die Globalisierung und Gleichmacherei einsetzt, wird unterstützt, wer sich für traditionelle Werte einsetzt, wird bekämpft.






