Die FIFA will bei der Fußballweltmeisterschaft 2026 Spieler mit einer roten Karte bestrafen können, wenn sie sich in einer verbalen Auseinandersetzung die Hand vor den Mund halten. Was wütende Meinungsäußerungen unterbinden soll, könnte künftig das Gegenteil bewirken: die Geburt eines neuen rechten Codes.
Ein Kommentar von Thomas Steinreutner
Redewendungen, Symbole und politische Codes können entweder auf "natürliche Weise" entstehen und wachsen oder dadurch, dass sie von Medien, Personen des öffentlichen Lebens und "Experten" mit einem bestimmten Inhalt versehen und verbreitet werden. Wobei jene, die bestimmte Trends großmachen, meist nicht in der Hand haben, wie sich diese entwickeln. So ärgern sich heute noch viele Austro-Popper, dass ihre Lieder vor allem auch bei Patrioten in Österreich gut ankommen und gesungen werden.
Barbara Streisand lässt grüßen
Deshalb könnte die neue FIFA-Regel, die eigentlich "rassistische Beschimpfungen" im Keim ersticken sollte, bald schon als Geste von Patrioten verwendet werden, um Kritik am Bevölkerungsaustausch zu üben und die Tatsache zu verdeutlichen, dass man darüber nicht sprechen darf. Falls das passiert, hätte die FIFA genau das bewirkt, was sie hätte verhindern wollen. Solch ungeschickte Versuche werden als Streisand-Effekt bezeichnet.
Das OK-Zeichen
Ähnliches ist passiert, als sich einige Rechte in den USA einen Spaß daraus machten, zu behaupten, das OK-Zeichen der Taucher sei ein rechter Code, der für "White Power" stünde. Linke "Experten" übernahmen die Geschichte und machten sie groß. So wurde das OK-Zeichen tatsächlich zu einem Symbol, das viele Patrioten mit einem Augenzwinkern verwenden.






