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„Profil“ blamiert sich mit „Undercover“-Story über AUF1

27. Mai 2026 / Medien

„Profil“ blamiert sich mit „Undercover“-Story über AUF1
Bildschirmfoto des profil-"Undercover"-Textes; Symbolbild Frau: freepik; Bildkomposition: Info-DIREKT

Es gibt investigativen Journalismus, für den Reporter ihre Gesundheit und Medienhäuser ihre Existenz aufs Spiel setzen. Und dann gibt es die „Undercover“-Geschichte des „profil“, für die nur der Erwerb einer Eintrittskarte notwendig war. Damit ausgestattet war das linke Nachrichtenmagazin, das sich zu 100 Prozent im Eigentum des „Kurier“ befindet, bei einem Zuseherfest von AUF1.

Ein Kommentar von Michael Scharfmüller

Vermutlich auf der Suche nach skandalösen Inhalten und Aussagen besuchte ein „profil“-Redakteur die Feier zum fünfjährigen Bestehen des alternativen Senders AUF1. Was er seinen Lesern dann unter der Schlagzeile „Undercover unter Rechtsextremen: Das AUF1-Treffen“ präsentiert, ist an Belanglosigkeiten kaum zu überbieten.

Besucher getäuscht?


Um private Gespräche beim AUF1-Fest zu belauschen, gab der „profil“-Redakteur seine wahre Identität und Funktion nicht preis. Ob er die Besucher diesbezüglich auch belogen hat, ist nicht bekannt. Bekannt sind allerdings die Inhalte der Gespräche, an denen sich „Mister Undercover“ beteiligt hat, diese hat er nämlich zumindest teilweise aufgeschrieben und veröffentlicht.

Dabei hörte er, dass sich die AUF1-Besucher über das „profil“ und seine Geschichten lustig machten. Eine Dame aus Vorarlberg soll über das „profil“ gescherzt haben:

„Laut denen sind wir ja alle rechtsextrem!“

Der „profil“-Redakteur, der die Kritik an seinem Medium nicht nachvollziehen kann, dazu:
„Was sie nicht wissen kann: dass sie gerade mit dem Autor des Artikels redet.“

Der „Artikel“, über den sich die Besucher unterhielten, war übrigens - so wie die Undercover-Story - namentlich nicht gekennzeichnet.

Private Gespräche belauscht


Die restlichen Gespräche, die der „profil“-Redakteur aufsammelte, dürften ähnlich harmlos gewesen sein. Um nicht mit leeren Händen vom Außeneinsatz in die Redaktion zurückzukehren, schrieb er auch auf, dass eine Besucherin erzählte, sie sei früher bei „den Linken unterwegs“ gewesen, um „gegen die Atombomben-Stationierung in Deutschland zu demonstrieren“. Während Corona sei sie von ihren „einstigen Weggefährten enttäuscht“ worden. Was für eine bahnbrechende Erkenntnis!

Besonders missfallen hat dem „profil“-Redakteur – oder der „profil“-Redakteurin –, dass an der AUF1-Veranstaltung auch Martin Sellner teilnahm und Remigration mehrfach positiv erwähnt wurde. Aus Sicht des Journalisten geht das gar nicht. Schließlich wertet der umstrittene linke Akteur DÖW den Begriff als rechtsextrem.

Remigration „längst keine Minderheitenmeinung mehr“


Dass die Forderung nach „umfassender Remigration“ nicht extremistisch, sondern extrem notwendig ist, zeigt eine Umfrage des DÖW, die der Autor sogar zitiert. Demnach wünscht sich mittlerweile jeder zweite Österreicher „umfassende Remigration“. Dem „profil“-Schreiberling ist das durchaus bewusst, wenn er schreibt, dass manche Positionen „längst keine Minderheitenmeinung mehr“ sind. Ein echter Demokrat würde diesen Wunsch der Österreicher zumindest tolerieren, anstatt zu versuchen, ihn weiter zu skandalisieren.

AUF1 veröffentlichte den gesamten Festakt selbst


Lächerlich wirkt die Aufdecker-Geschichte des „profil“ auch, weil die gesamte Veranstaltung von AUF1 mit mehreren Kameras mitgefilmt und vollständig veröffentlicht wurde. "Undercover" bei einer Veranstaltung, die jeder mit Eintrittskarte besuchen konnte und die sich jeder im Internet ansehen kann – was für eine Leistung! Hier die Aufzeichnung des Festes:


Was wirklich interessant wäre


Eine wesentliche Aufgabe von Medien in einer Demokratie ist es, die Mächtigen zu kontrollieren. Anstatt sich dieser Aufgabe zu widmen, hat sich das „profil“ dem Kampf gegen die einzige echte Opposition und ihr Umfeld verschrieben. Dass „profil“-Chefredakteurin Anna Thalhammer dieses Jahr am Bilderberg-Treffen teilnahm und gerne NEOS-Kapperl trägt, fügt sich stimmig in dieses Gesamtbild ein.

Kein Einzelfall


Ähnlich lächerlich wie die „Undercover“-Story waren beispielsweise auch diese Geschichten des „profil“:

Kampf um Deutungshoheit und Steuergeld


Dem „profil“ dürfte es mit all seinen seichten Geschichten nicht um echten Erkenntnisgewinn oder objektive Berichterstattung gehen.  Vielmehr dürfte es das Ziel sein, die eigene Ideologie voranzutreiben und Stimmung gegen die einzige echte Opposition im Land zu machen. Selbstlos ist jedoch auch dieser Anspruch nicht.

Die fetten Jahre sind bald vorbei


Schließlich wissen sowohl die „profil“-Redakteure als auch die dahinterstehenden Eigentümer, dass die fetten Jahre vorbei sind, sobald eine der nächsten Regierungen den Sparstift auch bei den etablierten Medien ansetzt. Dann verlieren die Haltungsjournalisten ihre Anstellungen und ihre „Bühnenpräsenz“ und die Eigentümer ihre Renditen und ihren Einfluss. Im Unterschied zu AUF1, RTV, Info-DIREKT und Co. stehen beim „profil“ nämlich alle Räder still, wenn die Regierung dorthin keine Steuergelder mehr zahlen will.

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