Die Zeiten, in denen sich rechte Politiker vor der "Expertise" des linken Privatvereins DÖW fürchteten, sind nun endgültig vorbei. Mittlerweile gilt es als Makel, wenn man als Patriot im "Rechtsextremismus-Bericht" des kommunistischen Tarnvereins nicht erwähnt wird.
Ein Kommentar von Thomas Steinreutner
Besonders deutlich wurde dieses neue Selbstbewusstsein bei den Aschermittwoch-Reden von FPÖ-Chef Herbert Kickl und FPÖ-Oberösterreich-Chef Manfred Haimbuchner.
So witzelte Haimbuchner auf der Bühne vor zahlreichen Journalisten und 2.000 zahlenden Gästen über den Namen des "Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands" (DÖW), das als "Döff" ausgesprochen wird: Nur die zwei Punkte über dem O würden das DÖW davor bewahren, als "doof" ausgesprochen zu werden.
Linke Spießgesellen
Im "Rechtsextremismus-Bericht" wurde Haimbuchner von "den linken Spießgesellen" angeführt, weil er sich für Südtirol einsetzt und die Südtiroler Freiheitskämpfer der 1960er Jahre auch als solche bezeichnet. Seine Rede am Aschermittwoch nutzte Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter, um nochmals klarzustellen, dass die Südtiroler Freiheitskämpfer Persönlichkeiten sind,
"... die heldenhaft ihre Heimat verteidigt haben, weil sie in einem jahrzehntelangen Kampf dafür gesorgt haben, dass Südtirol deutsch bleibt."
Die Südtiroler Freiheitskämpfer haben sich dafür eingesetzt,
"dass ihr Volk nicht ersetzt, nicht ausgetauscht und nicht von der Landkarte getilgt wird!"
Südtiroler Freiheitskämpfer bleiben weiterhin Vorbild
Haimbuchner weiter:
"Ich sage es fürs ‚Töff‘ gerne noch einmal in aller Klarheit, damit sie dann etwas zum Schreiben haben nächstes Jahr im Rechtsextremismusbericht: Das Heldentum der deutschen Freiheitskämpfer in Südtirol ist ein Heldentum, von dem wir uns heute noch eine Scheibe abschneiden können, liebe Freunde!"
Kickl stolz auf 49 Erwähnungen
Noch einen Schritt weiter ging Herbert Kickl in seiner Rede. Er zeigte sich stolz darüber gleich 49 Mal im "Rechtsextremismusbericht" von DÖW und ÖVP vorgekommen zu sein. Richtung Manfred Haimbuchner, der nur einmal Erwähnung fand, witzelte er stolz:
"49 habe ich zusammengebracht, lieber Manfred. 49 Mal!"
Für Kickl steht fest, dass das, was das DÖW im Auftrag der ÖVP zusammengeschrieben habe, "linkes Geschmiere" sei. So etwas komme heraus,
"... wenn Pseudodemokraten – die Demokratie gegen die echten Demokraten verteidigen wollen."
Beeindrucken lässt sich der FPÖ-Chef davon jedoch nicht:
"Die können mir alle den Buckel hinunterrutschen!"
Eine echte Gefahr für die Demokratie
Über die von der ÖVP beim DÖW beauftragte "Expertise" zu lachen, ist wichtig und richtig, um die Angriffe dieser linken Akteure abzuwehren. Dennoch darf nicht unterschätzt werden, dass es eine Gefahr für die Demokratie darstellt, wenn die Regierung gemeinsam mit linken Privatvereinen und etablierten Medien gegen die einzige echte Opposition im Land kämpfen.






