Seit 11. Juni läuft mit 48 Mannschaften und 104 Spielen die größte Fußball-WM aller Zeiten. Zeit für einen Rückblick: Das Sonntagsstück widmet sich Ereignissen der Turnieren 1966, 1986 und 2006.
Ein Sonntagsstück von Karl Sternau
Die aktuelle WM findet in Kanada, den USA und Mexiko statt. Es jähren sich mit der 23. Fußball-Weltmeisterschaft gleich drei Turniere, die sich jeweils für eine Szene in das kollektive Gedächtnis – weit über den Fußball hinaus – gebrannt haben.
Das Wembley-Tor von 1966
Es ist das berühmteste Nicht-Tor der Sportgeschichte. Vor 60 Jahren schoss Geoff Hurst in der Verlängerung des Endspiels England gegen die BRD an die Unterkante der Latte, von der der Ball auf die Linie sprang. Die Schieds- und Linienrichter entschieden sich trotzdem für ein Tor. Ingenieuren der Universität Oxford bestätigten später wissenschaftlich, was damals (fast) allen mit ihren eigenen Augen sahen: Der Ball war nicht drin. England ging damit 3-2 in Führung und wurde am Ende Weltmeister.
Die „Hand Gottes“
Die WM 1986 fand vor 40 Jahren – wie dieses Jahr teilweise – in Mexiko statt. Im Viertelfinale traf Argentinien um Superstar Diego Armando Maradona auf England. Das 1-0 machte Maradona mit der Hand, was vom Unparteiischen übersehen wurde. Nach dem Spiel sagte er ungeniert:
„Es war ein bisschen Maradonas Kopf und ein bisschen die Hand Gottes.“
Das zweite Tor erzielte ebenfalls Maradona mit einem unglaublichen Sololauf über den ganzen Platz. Argentinien siegte mit 2-1 und wurde später Weltmeister.
Der Kopfstoß
Vor 20 Jahren brannten Zinédine Zidane im Finale in der Verlängerung gegen Italien die Sicherungen durch. Als Marco Materazzi ihm am Trikot zog, bot Zidane dem Italiener herablassend sein Oberteil nach dem Spiel an. Materazzi antwortete:
„Ich bevorzuge deine Schwester, die Nutte.“
Zidane verpasste ihm daraufhin einen Kopfstoß gegen die Brust und flog vom Platz. Frankreich verlor das Endspiel im Elfmeterschießen – Zidanes letztes Spiel wurde eine Niederlage.
Mal sehen, welche ikonische Szene von der WM 2026 bleiben wird. Ein Phantomtor oder ein irregulärer Treffer mit der Hand sind in Zeiten des Videobeweises eher unwahrscheinlich.
Über die Sonntagsstücke:
Karl Sternau präsentiert jeden Sonntag ein mehr oder weniger geistiges Fundstück aus der weiten Welt des Internets. Sollte ein hier geteilter Link nicht mehr funktionieren, waren Sie mit Ihrer Lektüre zu spät dran. Über Rückmeldungen zu den Sonntagsstücken sowie Ideen für weitere Sonntagsstücke freuen wir uns: [email protected]






