Wendung in der Causa-Pröll:

Niederösterreichs ÖVP-Landeshauptmann tritt zurück!

Wochenblick Sondermagazin
Erwin Pröll
By Pavol Frešo (flickr.com) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

In den letzten Tagen geriet der Landeshauptmann von Niederösterreich, Erwin Pröll, aufgrund einer Förderung in Millionenhöhe für seine eigene Stiftung in die Schlagzeilen. Der Rechnungshof kündigte gestern eine Prüfung der Förderungstätigkeiten an. Nun hat Erwin Pröll seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Erwin Pröll, von vielen Niederösterreichern aufgrund seiner langjährigen Amtszeit scherzhaft als „Landesfürst“ betitelt, hat diesen Schritt am Dienstagvormittag überraschend im Rahmen einer Pressekonferenz in St. Pölten bekannt gegeben. Beim ÖVP-Landesparteitag im März werde er „nicht mehr kandidieren und in der Folge als Landeshauptmann abtreten“, so Pröll im Wortlaut.

Pröll: Abgang wegen hohem Alter 

Als Begründung für seine „sehr persönliche Entscheidung“ gibt der scheidende Landeshauptmann sein fortgeschrittenes Alter an: Immerhin stehe er „bereits im 71. Lebensalter“ und bei den nächsten Landtagswahlen wäre er 72 Jahre. Doch diese Begründung dürfte offensichtlich nur vorgeschoben sein.

Denn eine Verbindung mit der umstrittenen 1,35 Millionen Euro-Förderung für seine Privatstiftung und den damit verbundenen Turbulenzen lässt sich schwer abstreiten. Immerhin gab Pröll selbst zu: „Verantwortung übernehmen heißt, zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Schritt zu setzen“.

Mögliche Nachfolgerin: Johanna Mikl-Leitner

Über eine mögliche Nachfolge wollte er keine Auskunft geben. Dennoch wird derzeit die Vorgängerin von Innenminister Sobotka, Johanna Mikl-Leitner, als klare Favoritin für die ÖVP gehandelt. Sie ist derzeit Stellvertreterin des Landeshauptmanns.

Als Innenministerin wurde sie für ihre Untätigkeit und fehlende Führungskraft im Rahmen der Asylkrise im Sommer 2015 scharf kritisiert und zog sich daraufhin nach Niederösterreich zurück. Liegen die Experten richtig, würde sie den scheidenden Erwin Pröll beerben und künftig an der Spitze des Landes stehen.

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