Was haben ein toter Junge am Strand und ein LKW voller Leichen gemeinsam?

Zuerst die Medienmanipulation, dann folgt die Politik

Symbolbild

Der am Ufer angespülte tote Junge mit dem knallroten T-Shirt. Der blutverkrustete Junge im Krankenwagen. Die Leichen im LKW. Der Flüchtlingsvater mit Kind im Arm, dem die Kamerafrau ein Bein stellt. Kennen Sie diese Bilder? Kennen Sie alle davon? Haben diese Bilder in Ihnen starke Emotionen geweckt? Es würde mich nicht wundern. Aber würde es Sie wundern, wenn kein einziges davon – und vor allem nicht die begleitenden Geschichten – die Wahrheit abgebildet hätte? Würden Sie sich belogen und betrogen vorkommen, wenn man nachweisen könnte, dass Sie damit manipuliert wurden?

Ein Kommentar von Florian Machl

Im Abstand weniger Monate werden wir von den etablierten Medien mit scheinbar dramatischen Ereignissen konfrontiert, die den einzigen Schluss zulassen, dass „man“ bei dem gezeigten Sachverhalt sofort handeln müsse. All diese Ereignisse zielen stets auf starke Emotionen der Menschen, auf Mitleid, Moral und Hilfsbereitschaft ab. Stets finden sich in den westlichen Ländern Politiker, die dem vermeintlich danach rufenden Volk diese „sofortigen Handlungen“ nicht nur versprechen, sondern auch gleich mit Anlassgesetzgebung umsetzen.

Und all diese Ereignisse erweisen sich bei kritischer Recherche als verfälschende Medieninszenierungen. An einer objektiven, unabhängigen Prüfung der Sachverhalte sind etablierte Medien allerdings nie interessiert. Vielmehr diskreditiert man all jene, die mit berechtigten und gut argumentierten Zweifeln nachfragen, als Verbreiter von „Fake News“. Dabei waren starke Bildmotive schon jeher ein zentrales Mittel politischer Propaganda. Zu Beginn einer solchen Kampagne, die auf die Beeinflussung der Öffentlichkeit ausgelegt ist, steht stets ein dramatisches Foto und eine kurze, prägnante, intensiv emotionalisierende Story. Populistisch auf die Tränendrüsen abzuzielen, anstatt kausale Zusammenhänge darzustellen und Hintergründe zu recherchieren, sind das manipulative Medienspiel der Gegenwart.

Ein LKW öffnet die Grenzen

August 2015. Die Flüchtlingskrise war gerade ganz massiv im Anrollen. Die Menschen Europas verlangten Sicherheit und Schließen der Grenzen. Da wurde im österreichischen Parndorf ein Kühl-LKW gefunden. Darin: 71 Leichen. 59 Männer, 8 Frauen, 4 Kinder. „Zufällig“ wurden dramatische Bilder an die Presse geleakt. Jeder empathische Mitbürger war entsetzt. Dieses schreckliche Schicksal, auf der „Flucht“ vor dem Krieg langsam im LKW ersticken zu müssen, vergönnt ein christlich sozialisierter Mensch wirklich niemandem. Praktischerweise fand zu gleicher Zeit die große Westbalkan-Konferenz in Wien statt, bei der man sofort die anhaltende Grenzöffnung und unkontrollierte Masseneinreise beschließen konnte. Wie bei allen Kampagnen dieser Art, wie ich in weiterer Folge zeigen werde, bildeten sich angeblich „spontan“ Bürgerbewegungen zu Kundgebungen, welche wieder prominent in den Medien transportiert wurden. Eine runde Geschichte.

Die Ungereimtheiten in diesem Fall interessierten kein Massenmedium. Unter vorgehaltener Hand erfuhr man von den Ermittlern – und das von mehreren unabhängigen Quellen -, dass die Toten zum Teil beträchtliche fünfstellige Geldsummen bei sich hatten. Weshalb manche Tote bis zur Unkenntlichkeit verwest und aufgelöst waren und andere noch vollständig erhalten waren (siehe die „geleakten“ Pressefotos), obwohl sie sich in derselben Kühlkammer befanden, erklärte niemand. Wie sich eine Leiche innerhalb eines Tages nach dem Erstickungstod bereits weitgehend zersetzen kann, bleibt ein Rätsel. In der politisch nicht unbedingt als unabhängig geltenden Wikipedia ist übrigens bis heute nachzulesen, dass die Todesursache „bisher unbekannt“ sei. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der tschechische Finanzminister und der bulgarische Geheimdienst in den Fall verwickelt sind.

Weltweites Mitgefühl für einen toten Jungen am Meer

September 2015. Ein kleiner Junge mit knallrotem T-Shirt liegt tot am Strand nahe dem türkischen Ort Bodrum. Die türkische Fotojournalistin Nilüfer Demir, Mitarbeiterin einer großen türkischen Presseagentur, war rein zufällig um 6 Uhr früh an ebendiesem Strand unterwegs und entdeckte die Leiche. Das Kind war zufällig entgegen den Gepflogenheiten des Meeres im 90 Grad Winkel angespült worden. Von einem Unwetter, das zum Sinken eines Bootes führen hätten können, ist außer in den wechselseitig abgeschriebenen Medienberichten nichts bekannt. Später wird öffentlich, dass der Vater des Kindes der verantwortliche Schlepper der angeblichen Bootsfahrt gewesen wäre. Zweck seiner Überfahrt sei gewesen, sich in Deutschland kostenfrei die Zähne richten zu lassen. Ein klassischer Fluchtgrund lag nicht vor, die Familie lebte seit langem mit gesichertem Einkommen und ohne Bedrohung in der Türkei. Er selbst trug eine Rettungsweste – seine Familie nicht.

Die Fotos hingegen gingen um die Welt, inspirierten zahlreiche „künstlerische“ Arbeiten und änderten weltweit die Haltung vieler Menschen. Das tragische Bild diente international als Motiv für die weitere Aufnahme von „Kriegsflüchtlingen“. Niemand hinterfragte die Aussagen der Fotografin, die Plausibilität ihrer Anwesenheit am Strand und weshalb an keinem Detail feststellbar war, dass sie auch nur versucht hätte, erste Hilfe zu leisten. Niemand stellte die Frage, wie es physikalisch überhaupt möglich ist, dass ein Ertrunkener nach einem Schiffsunglück sofort am Meeresufer angespült wird – ein Umstand, der weltweit ziemlich einzigartig sein dürfte. Auch interessierte es niemanden, wie ein unbekanntes Kind ohne Ausweisdokumente innerhalb weniger Stunden so weit identifiziert werden konnte, um mit Namen und weiteren Kindheitsfotos durch die Weltpresse gehen zu können. Der oben erwähnte Vater, der bei dem angeblichen Bootsunglück ein weiteres Kind sowie seine Frau verloren hatte, wurde mit seinen Habseligkeiten in ein türkisches Krankenhaus eingeliefert. Von dort veröffentlichte er am selben Tag Fotos des Kindes auf seiner Facebook-Seite. Alles sehr merkwürdig? Das kann jeder Leser bestimmt für sich selbst beurteilen.

Die herzlose Kamerafrau erschafft einen „grünen“ Medienstar

September 2015. Illegaler Massen-Grenzübertritt von „Flüchtlingen“. Ein Mann läuft mit einem Kind im Arm davon. Eine ungarische Kamerafrau stellt ihm angeblich ein Bein, er kommt zu Sturz. Die Bilder gehen um die Welt, die Entrüstung ist groß. Der „Flüchtling“ wird in Spanien aufgenommen und erhält einen Job als Fußballtrainer.

Über die Ungereimtheiten erfährt aus den Massenmedien niemand mehr. Kurden identifizieren den Mann als Omar Abdul Mohsen, ein Mitglied der Terrormiliz Al-Nusra-Front. Dem Mann wird die Mitwirkung an Ereignissen angelastet, die zum Tod von 50 Kurden geführt hätten. Jahrelang wäre er an Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung beteiligt gewesen. Ob das die Menschen wussten, welche den „Tritt“ der Kamerafrau arrangierten, ist unklar. Die Ungereimtheiten bestanden darin, weshalb bei einem wirren Fluchtgeschehen auf einem freien Feld dutzende Kameraleute nichts anderes zu tun wussten, als eine Kollegin zu filmen und zu fotografieren – als ob sie geahnt hätten, dass genau hier die Story des Tages geschehen würde. Aufnahmen aus einer anderen Perspektive zeigten zudem deutlich, dass die Kamerafrau den Flüchtling überhaupt nicht berührt hatte – die Story vom „Beinstellen“ stimmte nachweislich nicht. Der Fußballer legte eine traumhafte Schwalbe hin und wurde damit der Star der Weltmedien. Warum er dabei werbewirksam eine strahlend neue Umhängetasche der österreichischen Grünen Partei trug, war ebenso wenig jemals Inhalt einer journalistischen Fragestellung. Auch der zweite Vorwurf ist inzwischen durch andere Bildwinkel entkräftet [2].

Ein armer verletzte Junge aus Aleppo

August 2016. Aleppo. Ein blutverschmierter, mit feinem hellen Staub bedeckter Junge namens Omran sitzt apathisch im Krankenwagen. Ein Kameramann und „Aktivist“ ist wie in den oben beschriebenen Fällen „völlig überrascht“ über die internationale Aufmerksamkeit für sein Foto. Es dient der Bebilderung, wie schlecht es den Menschen in Aleppo ginge und wie grausam die Assad-Regierung wäre, die tatsächlich verzweifelt gegen den Rest der Welt versucht, die letzten Ruinen der Zivilisation gegen islamistische Barbaren zu bewahren. „Ein Bild, das berührt“ titelt ein Medium. „Ein Bild des Schreckens“ ein anderes. Jetzt muss schon in Worten erklärt werden, was der Leser verdammt noch mal zu empfinden hat. Wenn man es ihm doch so schön aufbereitet. Freilich, die Aktivisten aus deren Umfeld der Fotograf stammt, sind ansonsten für islamistischen Terror im Umfeld der Al-Nusra-Front bekannt. Dass der Fotograf auch auf Bildern mit islamistischen Terroristen posierte, welche erst kurz zuvor Bildmaterial ins Internet stellten, auf dem sie einem kleinen Kind den Kopf abschnitten, störte keinen der hauptberuflich Betroffenheit simulierenden Journalisten. Arabische investigative Journalisten mutmaßten sogar, der „Aktivist“ könnte den Film gedreht haben, als sie das noch lebende Kind ermordeten. Etwas später geht das Krankenwagen-Foto desselben „Aktivisten“ um die Welt.

Der "Aktivist" aus Aleppo - bestens befreundet mit den Mördern aus der islamistischen Al-Nusra Front.
Der „Aktivist“ aus Aleppo – bestens befreundet mit den Mördern aus der islamistischen Al-Nusra Front.

Der äußerst praktische Giftgasangriff in Idlib

April 2017. Syrien hat den Krieg nahezu gewonnen. Die USA und Russland haben sich auf Nichtintervention verständigt. Da kommt ein Foto. Kinder als Opfer eines Giftgasangriffs des Regimes, so die Story dazu. „Untrüglich – Sarin – man konnte es riechen“, tönte die Presse. Dass Sarin geruchslos ist, fällt nicht weiter auf. Dass Sarin flüchtig ist und nicht von Flugzeugen versprüht werden kann, interessiert niemanden. Dass man als Helfer Sarinopfer nicht ohne Handschuhe berühren kann, da bereits ein Tropfen tödlich wäre, ist ein Detail am Rande. Dass die Fotos von der hochumstrittenen Organisation namens „White Helmets“ stammen, welche schon vielfach der Fake News überführt wurden, darf die Systempresse nicht bei Recherchen belasten. Recherchen sind ohnehin unnötiger Ballast, dem „Journalismus“ des Jahres 2017 nicht mehr würdig. Und so hat US-Präsident Trump den „guten Grund“, um doch wieder voll in den Krieg einzugreifen. Emotionen, Tränen, Mitgefühl, Moral. Ein Bild, das um die Welt geht, genügt im postfaktischen Zeitalter.

Das Giftgas Sarin entfaltet schon bei einem Tropfen tödliche Wirkung. Die angeblichen Opfer werden hier ohne Handschuhe berührt.
Das Giftgas Sarin entfaltet schon bei einem Tropfen tödliche Wirkung. Die angeblichen Opfer werden hier ohne Handschuhe berührt.

Ein unsichtbares Mediennetzwerk koordiniert die Nachrichten

All diesen Begebenheiten ist gemeinsam, dass nahezu die gesamte Weltpresse die Bilder und Geschichten völlig unreflektiert und unhinterfragt in sehr knappen Abstand zum Geschehen veröffentlicht. Das kann Zufall sein, muss es aber nicht. Der in kritischen Kreisen umstrittene Milliardär Soros gebietet über ein Mediennetzwerk. Das Stichwort dazu ist „Project Syndicate“. In mindestens zwölf Sprachen kann darüber dieselbe Meinung weltweit und zeitgleich veröffentlicht werden, um die öffentliche Meinung rasch und nachhaltig zu beeinflussen. Im April 2016 beeinflusste dieses Netzwerk 476 Medien in 154 Staaten. Ebendiese Medien sind stets die ersten, wenn es um die Verbreitung von Bildern und Geschichten wie in den oben stehenden Beispielen geht.

Umso befremdlicher ist es, dass die Parteien SPÖ, ÖVP, NEOs und die Grünen die „Universität“ des Herrn Soros nach Wien holen wollen. Welche Inhalte dort vermittelt werden, kann man sich in etwa vorstellen. Die Motivation dahinter ist leider weniger rätselhaft. Info-Direkt berichtete bereits in der Vergangenheit [2] über den Inhalt geleakter Dokumente, in welchen beschrieben wurde, welche europäischen Politiker für die Soros-Lobby als „besonders verlässlich“ gelten. In Ungarn und Russland hingegen gilt Soros inzwischen als Staatsfeind. Seine NGOs und sonstigen Aktivitäten wurden oder werden unterbunden und verboten. Wer wundert sich jetzt noch darüber, dass uns die Systemmedien gerade diese Länder als undemokratisch bis feindlich präsentieren?

 

Florian Machl ist seit über 10 Jahren als Journalist und Pressefotograf tätig. Als Medienkritiker interessieren ihn die Mechanismen, Nutznießer und Auswirkungen groß angelegter politischer Kampagnen.

[1] https://kurier.at/chronik/oesterreich/parndorf-geheimdienst-gab-tipp-zu-schleppern/215.397.776

[2] https://www.youtube.com/watch?v=0YueTL7MyQ4

[3] http://info-direkt.eu/2017/02/18/p/

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