Ein Patriot und eine Antifaschistin diskutieren über Zuwanderung

„Ich habe nicht geklatscht, helfe aber trotzdem“

Wochenblick Sondermagazin
Info-DIREKT Autor Michael Scharfmüller bei der Diskussion mit der Antifaschistin Andrea Drescher.
Info-DIREKT Redakteur Michael Scharfmüller bei der Diskussion mit der Antifaschistin Andrea Drescher.

Info-DIREKT will das „Links-Rechts-Denken überwinden und die Gefahren der Globalisierung direkt ansprechen“. Um das zu ermöglichen, ist das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Diesen Grundsatz, wollen wir kurzfristig brechen: Info-DIREKT Redakteur Michael Scharfmüller ist zu Gast bei der Antifaschistin und Friedensaktivistin Andrea Drescher.

Michael Scharfmüller: Andrea, wir kennen uns von den Friedensmahnwachen. Schön, dass wir heute miteinander sprechen, obwohl Du anfänglich Bedenken hattest!

Andrea Drescher: Ich stehe Info-DIREKT – als sogenanntem rechten Medium – naturgemäß ziemlich kritisch gegenüber. Viele Beiträge werden, aus meiner Sicht, von Menschen zur Hetze gegen Flüchtlinge benutzt. Und ich bin definitiv ein Gegner von Zwangsauffanglagern für Flüchtlinge, wie sie im Magazin gefordert wurden. Das geht in meinen Augen gar nicht. Aber ich finde es gut, dass meine kritische Sicht bei Euch gehört wird. Genau das würde ich mir auch von den sogenannten linken bzw. angeblich neutralen Medien erwarten. Alle Seiten zu Wort kommen und den Leser selbst denken lassen.

Scharfmüller: Für mich sind es „Fake News“, wenn man jeden, der die Grenze überschreitet als „Flüchtling“ bezeichnet.

Drescher: Ja, das wurde inflationär verwendet. Ich finde es aber verständlich, dass die Menschen zu uns kommen wollen. Du würdest das auch tun, wenn man Deine Heimat mit Uranmunition verseucht hätte.

Scharfmüller: Ich mache keinem Menschen einen Vorwurf, der sich nach Europa aufmacht. Ich verstehe allerdings auch nicht, warum wir diesen Menschen das ermöglichen. Das hat ja auch Auswirkungen auf uns. Wenn ich mit meinen Kindern auf den Spielplatz gehe, fühle ich mich teilweise fremd im eigenen Land.

Drescher: So etwas stört mich überhaupt nicht. Ich nehme das gar nicht so wahr, weil ich schon ziemlich viel durch die Welt gereist bin.

Scharfmüller: Gereist bin ich auch, aber das ist etwas anderes.

Drescher: Es stört mich aber nicht. Für mich ist das keine Wertigkeit. Für mich ist ein Mensch nicht besser oder schlechter, weil er dunkelhäutig ist. Wir müssen alle zusammenhalten und gegen die Konzerne kämpfen.

Scharfmüller: Besser oder schlechter hab ich nicht gesagt. Ich will kein Multikulti. Es wäre irrsinnig Fremde ins Land zu lassen, wenn ich das nicht will, nur um dann gemeinsam gegen multinationale Konzerne zu kämpfen.

Drescher: Die Flüchtlinge wollen nicht zu uns.

Andrea Drescher
Andrea Drescher

Scharfmüller: Doch. Für mich ist das Zuckerbrot und Peitsche. Zuhause bekommen Sie die Peitsche in Form von Sanktionen und Krieg. Hier wartet das Zuckerbrot, also falsche Hoffnungen und Sozialleistungen, auf sie. Wäre es nicht zumindest kurzfristig eine Lösung, wenn man keine fremden Menschen mehr ins Land lassen würde?

Drescher: Willst Du sie im Mittelmeer ertrinken lassen? Wieso fremde Menschen? Für mich sind das keine fremden Menschen. Das ist in meinem Weltbild nicht drin. Das ist der gravierende Unterschied zwischen uns beiden. Für mich bist Du genauso fremd wie ein Syrer. Ich sehe einfach Menschen …

Scharfmüller: Aber fremd und bekannt, muss es in Deinem Weltbild ja auch geben! Wenn da an deinem Gartenzaun eine Dir nicht bekannte Person vorbeigeht, muss Dir die fremder sein als ich es jetzt bin.

Drescher: Natürlich. Aber das ist, weil er ein Fremder ist und nicht weil er ein Russe oder Chinese ist. Er ist einfach nur fremd, weil ich ihn nicht kenne.

Scharfmüller: Fremd gibt es also.

Drescher: Ja, aber nicht im Sinne von, Du bist weniger fremd für mich, weil Du Österreicher bist.

Scharfmüller: Gibt es für Dich dann zumindest Gemeinsamkeiten zwischen den Österreichern?

Drescher: Nein. So wie Du fremd beschreibst, das gibt es für mich nicht. Menschen aus anderen Kulturen, sind anders, aber nicht fremd. Für mich ist das nichts Negatives. Du siehst fremd zunächst als negativ. Ich nicht. Für mich sind Österreicher beispielweise schwieriger als Latinos. Von der Mentalität her mag ich die mehr.

Scharfmüller: Das ist ja dann doch eine Verallgemeinerung!

Drescher: Ja, wenn ich es so meinen würde, mache ich aber nicht. Ich nehme jeden Menschen so wie er kommt. Ich weiß, dass es Andersartigkeiten gibt und die muss ich erst kennenlernen. Dann kann ich damit umgehen oder auch nicht. Das ist für mich interessant.

Michael Scharfmüller
Michael Scharfmüller

Scharfmüller: Das ist für mich auch interessant. Allerdings nur in einem gewissen Ausmaß. Wenn ich das Gefühl habe, fremd im eigenen Land zu werden, ist es damit vorbei.

Was mache ich also, wenn ich die NATO nicht stoppen kann, aber auch die „Flüchtlinge“ nicht ins Land lassen will? Ich weiß, dass viele von ihnen arm und hilfsbedürftig sind. Ich will jedoch nicht klatschen, wenn die kommen. Das ist doch auch eine Verhöhnung der „Flüchtlinge“, oder nicht?

Drescher: Ja, natürlich. Das war völlig daneben. Wie absurd muss es sein, dass man sich darüber freut, wenn Menschen aus ihrer Heimat fliehen. Ich hab nicht geklatscht, helfe aber trotzdem.

Scharfmüller: Vielleicht steckt da die Gedankenwelt der Antideutschen dahinter, die jetzt die Gelegenheit sehen, Deutschland und Europa, so wie wir es kennen, zerstören zu können. Wird es nicht immer schwieriger einen Konsens zu finden, umso „vielfältiger“ sich eine Bevölkerung zusammensetzt?

Drescher: Ich habe keinen Beweis dafür, dass Europa in den Bürgerkrieg gehetzt werden soll. Das Gefühl habe ich aber. Die Spaltung in der Gesellschaft ist in allen möglichen Themenbereichen so massiv: Ausländer gegen Inländer, Raucher gegen Nichtraucher, Linke gegen Rechte, Veganer gegen …

Scharfmüller: Aber die Grenzen zu schließen und keine Menschen mehr aus fernen Ländern aufzunehmen ist dann keine Lösung? Zumindest bis man sich im Land darauf geeinigt hat, wie es weiter gehen soll.

Drescher: Nein, weil in der Zwischenzeit verrecken Menschen. Flüchtlingen muss man helfen. Man kann nicht sagen Grenzen dicht – wir tun jetzt nichts mehr.

Scharfmüller: Aber anders kann man es auch nicht sagen: Grenzen auf und irgendwie werden wir das schon schaffen.

Drescher: Primär muss man dafür sorgen, dass vor Ort geholfen wird.

Scharfmüller: Aber wir schaffen Anreize, die diese Menschen zu uns locken.

Drescher: Aber es gibt doch keine Anreize! Das ist nur für zehn Prozent „Arschlöcher“ unter diesen Menschen ein Anreiz, die gibt es aber überall. Für die anderen 90 Prozent ist es kein Anreiz, die sind verzweifelt, dass sie nicht arbeiten dürfen!

Scharfmüller: Doch, denn sonst könnten sie ja bereits in Kroatien aufhören zu „flüchten“.

Drescher: In Kroatien haben sie noch weniger Chancen, um zu leben.

Scharfmüller: Dann muss es aber doch einen Anreiz geben, dass diese Menschen ausgerechnet nach Deutschland, Österreich und Schweden „flüchten“.

Drescher: Ja, natürlich. Hier erwarten sie sich arbeiten zu dürfen, um sich eine Existenz aufzubauen. Das ist vielleicht der Anreiz – nicht die Sozialleistungen.

Scharfmüller: Können wir uns darauf einigen, dass es vielleicht beides ist?

Drescher: Nicht in der Mehrheit! Die, mit denen ich spreche, wollen arbeiten.

Scharfmüller: Das eine schließt das andere nicht aus. Man kann sich ja auch gut versorgen lassen bis man Arbeit bekommt.

Drescher: Ja, das finde ich legitim. Aber das ist kein Anreiz. Die wollen Arbeiten und eine Zukunft für ihre Kinder.

Scharfmüller: Das ist für mich verständlich. Ich verstehe nur nicht warum wir das zulassen, dass wir so viele Menschen aus fernen Ländern zu uns lassen. Die Menschen gehen den Herkunftsländern ja auch ab.

Drescher: Ja, das ist eine Katastrophe. Darum sage ich ja den Menschen im ersten Schritt einmal helfen und dann zusehen, dass man gemeinsam etwas gegen diese furchtbaren Regierungen tut. Man darf die Flüchtlinge nicht als Feinde begreifen. Sie sind nun mal auf der Flucht. Wir werden diesen Zustand nicht mehr ändern.

Scharfmüller: Jetzt macht sich halb Afrika auf den Weg nach Europa. Wie gehen wir damit um?

Die Antwort auf diese Frage und die ganze, vierseitige Diskussion zwischen der Antifaschistin und dem Patrioten lesen Sie im aktuellen Info-DIREKT Printmagazin 

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Schwallomat

Jede Menge unausgegorenes leeres Geschwätz der Dame.
Sie sucht sich halt für Ihre kranke Haltung Rechtfertigung
und produziert die notfalls durch Geschwätz und Gemeinplätze
selbst. „Tolles“ Interview. Nuff saud.

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