Nach Veröffentlichung des Dossiers:

Kanzler Christian Kern boykottiert „Österreich“-Zeitung

By SPÖ Presse und Kommunikation (Pressekonferenz Christian Kern 17.5.2016) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Nach der Veröffentlichung eines geheimen Dossiers über den SPÖ-Kanzler durch die Zeitung „Österreich“ boykottiert Christian Kern nun das Fellner-Blatt.

Christian Kern sei „eine Prinzessin und ungemein eitel“. Der Umgang mit Kritik würde ihm schwer fallen, denn er würde „nervös um nicht zu sagen panisch“ darauf reagieren. So steht es im geheimen Dossier, das letzte Woche von der Zeitung „Österreich“ veröffentlicht wurde. Nun reagiert Christian Kern mit einem Boykott und scheint mit dieser Reaktion den Inhalt des Leaks zu bestätigen.

Stornierung der geplanten Inserate

Auf Facebook verkündete der „Kanzler mit Glaskinn“ den Boykott des Fellner-Blattes. So werde er im Wahlkampf keine Interviews für „Österreich“ geben, an keinen TV-Diskussionen auf „oe24“ teilnehmen und auch keine Wahlkampf-Inserate schalten. Kern begründet das mit einer „Kampagne gegen seine Person“:

Jeden Tag werden verleumdende Texte und abwertende Fotomontagen veröffentlicht. Offenbar erwartet sich der Herausgeber dadurch mit anderen Kandidaten bessere Geschäfte. Die moralische Qualifikation in diesem Fall überlasse ich gerne anderen. Aber es ist mein gutes Recht zu sagen: Ich mache da nicht mehr mit.

Es ginge nicht länger um eine kritische Berichterstattung, „sondern um eine Kampagne und um einen Angriff auf die politische Kultur im Land.“

„Ein Kanzler sollte kein Mimoserl sein“

„Österreich“ selbst reagierte umgehend mit einer Stellungnahme. Christian Kern habe Montagabend seine Wahlkampf-Inserate im Ausmaß von 50.000 Euro storniert. Die Zeitung wies die Vorwürfe einer gezielten Kampagne gegen die Person Christian Kern zurück und verwies auf die Veröffentlichung des geheimen „Strategie-Papiers“ von Sebastian Kurz in der Vorwoche. Es sei die „Pflicht kritischer Medien“, derartige Inhalte der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Das Fazit fällt entsprechend aus:

Christian Kern sollte vielleicht trotzdem überlegen, ob seine Reaktion auf einen kritischen Artikel für einen Kanzler angemessen ist. Ein Regierungs-Chef sollte nicht in Verdacht kommen, bei Medien Zensur ausüben zu wollen – und er sollte kein Mimoserl und schon gar keine „Prinzessin“ sein.

 

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