Künstliche Empörung über Dankesplakate

Neue Gutmenschen-Aufregung um Doppelpass

Schloss Tirol, Doppelte Staatsbürgerschaft
Bild Schloss Tirol: Info-DIREKT

In den vergangenen Wochen wird fortwährend versucht, die Pläne zum Doppelpass in Verruf zu bringen. Eine kleine aber laute Minderheit lässt keine Gelegenheit aus in ihren Bestrebungen, die Stimmung kippen zu lassen. Hilfestellung erhalten sie von ihren Freunden in den Redaktionsstuben

Aus Sicht der Leitmedien ist der „Wirbel“ groß. Der Südtiroler Heimatbund hat in Dankbarkeit über die Verhandlungen zum Doppelpass für Südtiroler eine Serie von Plakaten in Auftrag gegeben, welche an diesen Umstand erinnert. Diese hängen nun an prominenten Orten der Wiener Innenstadt, wie etwa an Bim-Haltestellen. Für die Südtiroler Hochschülerschaft sh.asus ist das sogar ein Grund‘  unter dem Schlagwort „not in our name“ gegen die neue Regierung auszuteilen. Zur Erinnerung: Als die Migrationskrise begann, versuchte dieselbe Gruppe mit Erfahrungsberichten von ‚Flüchtlingshelfern‘ noch für wohlwollende Stimmung zu sorgen.

Leitmedien suggerieren Zwietracht

Nicht müde werden sie dabei, in den Raum zu stellen, dass die Reaktionen in den sozialen Netzwerken seien „geteilt bis ablehnend“. Dies soll dem Leser suggerieren, dass der Doppelpass in Wirklichkeit das Anliegen einer kleinen, ewiggestrigen Minderheit sei, die den Verlust Südtirols nicht akzeptieren wolle. In dieser Funktion gab etwa bereits der SPÖ-nahe Standard einem Innsbrucker Dokumentarfilmer die Bühne, die Verhandlungen in die Nähe der Südtiroler Option 1939-43 zu rücken – Info-DIREKT berichtete.

Unverblümt zitiert man dabei auch Politiker aus dem postfaschistischen Spektrum in Italien. Und auch das Nonplusultra des Campaining bedient man, indem man bekannte Sportler nur wenig Monate vor Olympia für ein politisches Thema einspannt. Dieses Vorgehen hat bereits Tradition, jubelten doch im Frühherbst 2015 die Leitmedien darüber, dass sich Skistar Marcel Hirscher dem unbegrenzten Migrationsstrom die Absolution gegeben habe. Auch damals versuchte man dies als Ritterschlag für die eigene gutmenschliche Meinung zu werten.

Große Mehrheit der Österreicher für Doppelpass

Dieser lauten Minderheit steht freilich eine schweigende Mehrheit gegenüber. Wie eine vom Südtiroler Heimatbund in Auftrag gegebene Umfrage des renommierten Spectra Instituts bestätigte, sprachen sich 2015 gleich 83% der Österreicher für eine doppelte Staatsbürgerschaft für die Südtiroler aus.

Die Zustimmung zu einem Referendum über die Loslösung von Italien war da sogar noch weit höher. 89% der Befragten konnten einer Volksbefragung viel abgewinnen, ebenso viele würden auch ein entsprechendes Ergebnis gutheißen. Auch wenn die Umfrage ‚bereits‘ drei Jahre alt ist, wäre es vermessen zu glauben, die Verhältnisse hätten sich mittlerweile gedreht. Auch nicht, wenn Mainstream-Medien dies unterstellen wollen.

 

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on VKShare on TumblrEmail this to someone