Ein Kommentar von Julian Wagner

Warum es wichtig ist, dass sich Andreas Gabalier wehrt



Foto: Special Olympics 2017/CC0 1.0 Universal (CC0 1.0)

Die Aufruhr ist groß, nachdem bekannt wurde, dass der Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier Wettbewerbsklage gegen den Wiener Konzerthaus-Chef Matthias Naske eingebracht hat. Wichtiger als die Klage selbst ist aber die Aussage, die sein Handeln hat: Er wehrt sich.

von Julian Wagner

Er sagt es öffentlich, wenn ihm etwas nicht passt und geht nicht den duckmäuserischen Weg wie der Großteil der Gesellschaft. Und das, obwohl er viel zu verlieren hat. Andreas Gabalier sagte wörtlich: Er fühlt sich durch die Aussagen des Konzertdirektors „ins rechte Eck gedrängt“.

Das rechte Eck

Natürlich traf Naske seine Aussage so kryptisch wie möglich, sprach von „Signalen“. Was dahinter steckt weiß jeder mit offenen Augen und Ohren: Gabalier ist ihm zu heimatbezogen. Er ist ihm einfach zu österreichisch. Sowas sieht man in einem Bobo-Konzerthaus nicht gern.

Was an diesem Fall sehr gut erkennbar ist: Es kann jeden treffen. Kein Mensch mit positivem Verständnis von Kultur, Politik und Gesellschaft würde je auf die Idee kommen, Andreas Gabalier aufgrund seiner Musik oder seiner Aussagen ein rechtes oder gar rechtsextremes Gedankengut zu unterstellen, das ist völlig lächerlich und herbeigeholt. Doch die heimatbezogene Richtung von Gabalier reichte bereits, dass er in diese Schubladen gesteckt wurde.

Und so traurig es sein mag, dass Andreas jetzt mit Problemen zu kämpfen hat, so wichtig ist es doch für Jeden zu sehen: Man muss sich nicht alles gefallen lassen, selbst wenn man in der Öffentlichkeit steht. Gabalier geht ungehindert den Weg der (öffentlichen) Konfrontation und steht dazu, wer er ist.

Er ist ein Kämpfer

Es ist aber nicht das erste Mal, dass Gabalier Schneid beweist. Beim Kopftuch-Sager von Alexander Van der Bellen – der österreichische Bundespräsident äußerte öffentlich, es ‚wird noch der Tag kommen wo wir alle Frauen bitten müssen ein Kopftuch zu tragen, alle, aus Solidarität gegenüber jenen die es aus religiösen Gründen tun‘ – band sich Andreas auf die Schnelle ein Tischtuch als Kopftuch um und trank aus Solidarität gegenüber dem Alkoholverbot der Muslime ein Stamperl Steirisches Kürbiskernöl. Kurzum: Er machte sich über die Aussage des Bundespräsidenten ordentlich lustig, was ihm von seinen Fans auf Facebook auch goutiert wurde.

Danke Andreas!

Er ist gestandener, heimatbezogener Kerl: Ein Mann, der seinen Weg geht. Darum sag ich: Danke Andreas, für deinen Mut und deine Geradlinigkeit. Danke, dass du Rückgrat beweist!

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